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Impressionen vom LuFest 2019

Auch in diesem Jahr war der Ludwigsfelder Schachclub beim LuFest dabei und hat Interessierten die Gelegenheit geboten sich selber ans Schachbrett zu setzen und die ein oder andere Partie Schach mit uns zu spielen.

Wie man sieht waren wir zahlreich vertreten und alle Spielerinnen und Spieler hatten bei allerbestem Wetter reichlich Spaß daran, im Innenhof des Ludwigsfelder Klubhauses miteinander Schach zu spielen. René gab später wie bereits angekündigt eine kleine Simultanvorstellung.

Herzlichen Dank an alle, die uns bei jeder Gelegenheit so vorbildlich vertreten und regelmäßig keine Mühen scheuen, die Stärken des Schachsports für Ludwigsfelde aufzuzeigen und nach Draußen zu tragen.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Torsten Beck vom Copyshop Ludwigsfelde für die nette Unterstützung sowie das Drucken und Zuschneiden der Flyer.

LuFest: Wir sind dabei

An diesem Wochenende findet in Ludwigsfelde das alljährliche LuFest statt. Der Samstag ist dabei traditionell der Tag der Vereine. Wie bereits in den vergangenen Jahren ist der Ludwigsfelder Schachclub auch diesmal wieder mit dabei.

Ihr findet uns in diesem Jahr am Samstag ab ca. 14 Uhr auf dem Klubhaushof. Wir bauen Schachbretter auf und planen auch ein kleines Kinder-Simultanschach.

Wer also interessiert ist oder auch einfach nur vorbeischauen möchte ist herzlich eingeladen vorbeizukommen.

ELO-Schnellschach in Lichtenrade

Da Rafael, René und ich mittlerweile schon Stammgäste bei den Berliner Elo Blitz- sowie Schnellschachturnieren sind, konnte ich der netten persönlichen Nachfrage des Turnierleiters nicht widerstehen und fuhr gestern nach der Arbeit zum Turnier nach Lichtenrade. Ursprünglich wollten wir alle Drei mal aussetzen, jedoch bereute ich es nicht, dass ich um 19 Uhr am Brett saß.

14 teils bekannte, aber auch neue Gesichter traten im 7-rundigen Turnier an, um im Schnellschachmodus 12 min + 3s ihre geistigen Ergüsse aufs Brett zu bringen.

Die erste Partie

In gewohnt lockerer Atmosphäre ging es los und ich erwischte in der ersten Runde den hochverdienten und netten Berliner Schachspieler Vitalij Major.

Mein Matchplan war, meinen 500 Elopunkte stärkeren Gegner mit unorthodoxer Spielweise außerhalb die ausgetretenen Theoriepfade zu locken. Ich spielte die Trompowsky Eröffnung und nach seinem 2. Zug c5 schlug ich erst den Springer und dann den Bauern einfach raus.

Es schien die richtige Wahl zu sein. Es folgten normale Entwicklungszüge – ich geriet kurioserweise nie in Bedrängnis. Scheinbar machte ich alles richtig und geriet in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit 5 Bauern auf jeder Seite. Bitter war, dass ich nicht sah, dass ich nur noch den König hin und her ziehen musste. Die Partie war totremis, das bestätigte mir auch mein Gegner. Stattdessen griff ich fehl, fasste den Läufer an und nach dem Verlust eines weiteren Bauern fiel die Stellung zusammen. Sehr, sehr schade.

Ausgleich nach der 4. Runde

In Runde 2 wurde ich komplett überspielt und übersah sogar das Matt. Die 3. Runde ging dann wieder mit Weiß in meiner Lieblingseröffnung weiter. Hier konnte ich nach einem sauber gespielten Minoritätsangriff im Turmendspiel durch ein taktisches Zwischenschach einen Turm gewinnen und mein Gegner gab sofort auf. Runde 4 war dann eine extrem geschlossene Partie in der ich die letzte Lücke nutzte und eine Springergabel im feindlichen Lager platzieren konnte. Mit einem Turm mehr schob ich meinen Gegner über die Zeit.

Solider Abschluss mit Potenzial

Es folgten zwei Remis. In Runde 5 gewann ich durch eine Ungenauigkeit meines knapp 1900er Gegners einen Bauern und startete einen vielversprechenden Angriff. Als dieser nicht durchschlug, beschloss ich die Partie mit Dauerschach zu beenden.

In Runde 6 hatte ich ein Turmendspiel mit Minusbauern und mein Gegner noch 4 Sekunden. Ich spielte jedoch so schnell, dass er mir ängstlicherweise Remis bot.

Die letzte Runde spielte ich gegen den Turnierleiter, der am Ende sogar zugab, dass ich ihn komplett überspielt hatte. Rätselhaft, wie ich das noch verlieren konnte. Hier fehlt mir einfach noch die eiskalte Cleverness, die Spieler über 2100 haben.

Fazit

Am Ende stand mit 3 aus 7 zwar kein Superergebnis, aber die Gewissheit auch gegen die „Großen“ nicht sofort umzufallen. Ich konnte wieder Selbstvertrauen für kommende Turniere tanken und ein Eloplus von 20 Punkten mitnehmen. Kommende Saison werde ich wieder in Lichtenrade dabei sein.

Zur Tabelle beim SW Lichtenrade

Schnellschach in Bad Godesberg

Stell dir folgende Situation vor: Du befindest dich weit, weit weg von deinem Wohnort und findest dich nun in einer dir mehr oder minder unbekannten Gegend wieder. Du bist früh angekommen, hast die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung bereits abgehakt und somit den Abend frei. Was machst du?

Natürlich! Du suchst nach nahegelegenen Schachvereinen und schaust vorbei. Schließlich wird Schach in wirklich jedem Winkel unserer Republik gespielt.

Schach am anderen Ende der Welt

In meinem Fall wusste ich natürlich, dass es in Bonn, wo ich mich befand, jede Menge Schachvereine gab – schließlich ist NRW eine ziemliche Schachhochburg. Große Vereine mit einer Vielzahl an Mitgliedern sind hier keine Seltenheit und so ganz unbekannt ist mir die Gegend dann doch nicht.

Wie es der Zufall wollte richtete der Godesberger Schachklub just an diesem Abend ein Schnellschachturnier aus, nur wenige Meter von meinem Hotel entfernt. Schnellschach in Bad Godesberg: Dies also war die Abendbeschäftigung meiner Wahl!

„Blick“ auf das Spiellokal: Irgendwo zwischen den Bäumen

Rheinländische Direktheit

Im Rheinland ist man direkter als bei uns. Von langen Eröffnungsreden hält man nichts und auch die Ansagen zwischen den Runden beschränkten sich auf das Wesentliche.

„Die Bretter sind freigegeben. Und jetzt spielt!“

Der Turnierleiter

Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, versemmelte dafür aber direkt die erste Partie gegen den späteren Turniersieger. Der fühlte sich anscheinend ein bisschen gelangweilt, aber hey: Für mehr Spannung hätte er sehr gerne eine Leichtfigur zurückgeben können.

„Die nächste Runde hängt aus, setzt euch an eure Plätze.“

Kaum war die letzte Partie einer Runde beendet, hing auch sogleich die nächste Runde aus. Wie machte der Turnierleiter das nur?

Das Spiellokal des Godesberger SK von etwas näher

Fairplay wird in Bonn großgeschrieben

Folgende Situation: Der klare DWZ-Favorit (Weiß) verrechnete sich gehörig im Mittelspiel und musste mit drei Mehrbauern gegen eine Leichtfigur spielen. Schwarz spielt das Endspiel solide und findet dann den zweiten großen Fehler des Weißen, wonach er einen Freibauern erhält und Weiß seinen Turm dafür geben muss. Auch Schwarz wird kurz darauf seinen Turm für einen weißen Freibauern geben müssen, aber das entstehende Endspiel mit diversen Bauern und dem zusätzlichen Springer wird für Schwarz ohne Mühe gewonnen sein.

Mit einer Sekunde Restzeit auf der Uhr bietet Schwarz remis.

Der DWZ-Favorit guckt auf die Uhr, zögert kurz und schmunzelt, dann reicht er die Hand – die Leistung wird anerkannt!

„Das kann ich nicht mit reinem Gewissen ablehnen. Mit Schach hätte das sonst nichts zu tun.“

M. Müller

Meine Hochachtung dafür und Respekt noch obendrein! So manch ein Spieler aus der Hauptstadt könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.

Schachkultur in Bad Godesberg

Auch sonst ist manches anders als im Großraum Berlin. Das übliche kurze, leise Reden am Brett direkt im Anschluss einer Partie (was lief falsch, wo war der entscheidende Fehler) wurde toleriert. Allerdings hat man sich grundsätzlich bemüht im Turniersaal leise zu sein und die anderen nicht zu stören, wodurch es insgesamt ausgesprochen ruhig und gesittet zuging.

Die Atmosphäre in dem malerisch im Park gelegenen Spielpavillon war jedenfalls sehr entspannt und angenehm.

So starke Gegner hatte ich noch nie

Klar: Im Einzelfall schon. Aber noch nie über ein ganzes Turnier hinweg und erst recht nicht in dieser Häufung! In allen 6 Partien war ich wertungsmäßig der Außenseiter, gleich 4 meiner Gegner konnten eine DWZ jenseits der 2100 aufweisen.

Die beiden „schwächeren“ Spieler konnte ich mit Schwarz jeweils besiegen. Gegen die 2100er lief es unterschiedlich, aber deren Siege waren letztlich verdient.

Ein Turmopfer zu viel

Interessant war besonders die letzte Partie gegen den Setzranglistenersten. Hier stand ich gar nicht schlecht, opferte im Zuge meines Angriffs aber einen Turm, um eine Figurenübermacht am Königsflügel zu erreichen. Es zeigte sich jedoch, dass die lokale Übermacht zu unkoordiniert war, um tatsächlich durchzubrechen: Ein bisschen wie ein wildes Barbarenheer gegen eine gut geordnete römische Legion.

In dieser Stellung zog ich 16. Le3? in der Annahme, dass der Läufer wichtiger sei als der Turm in der Ecke – ein Fehler, der die Partie verliert.

Die Analyse zeigte später, dass die Idee des Turmopfers völlig korrekt war, aber anders hätte ausgeführt werden müssen: Direkt 16. f6! wäre der richtige Zug gewesen mit der kritischen Variante 16. … Sxa1 17. Sg3!! Sg6 18. Sh5 Sb3 19. fxg7 Sxc1 20. gxf8=D Dxf8 21. Txc1 und Weiß stünde klar besser.

Stellung nach 21. Txc1

Fazit

Beim Schnellschach in Bad Godesberg erspielte ich mit 2.5 Punkten aus 6 Partien aufgrund der starken Gegner fast eine 2000er Leistung und konnte einige Erfahrungen sammeln.

Zudem konnte ich wieder einmal Eindrücke von außerhalb meines gewohnten Umkreises mitnehmen und dabei zugleich die rheinländische Schachkultur kennenlernen.

Insgesamt also ein gern gespieltes Turnier. Meinen Dank an die Turnierleitung für die perfekte Organisation!

Saisonfazit 2018/19

Ludwigsfelde verpasst knapp einen Podiumsplatz in der Regionalliga West

Nach dem 7. Platz bei 12 Mannschaften in der Vorsaison wollten die Ludwigsfelder Schachfreunde diesmal einen Platz in der oberen Tabellenhälfte erreichen, zumindestens den Abstand zu den Tabellennachbarn verkürzen. Ein weiteres wichtiges Ziel war die Einbindung von Nachwuchsspielern, die bisher in der Kreismannschaftsmeisterschaft unserer Nachwuchsmannschaft zum Einsatz kamen.

Schwerer Beginn mit starkem Auftritt

Nun hatte uns die „Losfee“ gleich zum Auftakt den Absteiger aus der Landesklasse beschert, USV Potsdam III. Der Wettkampf gestaltete sich zwar spannend, am Ende hatten jedoch die weitaus erfahreneren Spieler aus Potsdam das bessere Ende für sich, wir verloren knapp.

Nach einer erfolgreichen 2. Runde gegen die Schachfreunde aus Marzahna mussten wir beim „ewigen“ Staffelsieger von Grün-Weiß Niemegk antreten. Wie auch in den letzten Jahren konnten wir den Wettkampf bis zum Ende offen halten, wie auch sonst mussten wir eine knappe Niederlage hinnehmen.

Jetzt hatten wir nach 3 Runden die beiden Staffelfavoriten hinter uns und konnten mit dem „Erfolgsblick“ nach vorn schauen. Die Aufgaben in einer recht ausgeglichenen Liga werden damit ja nicht gleich einfacher und der bisher erspielte 8. Tabellenplatz war ja auch nicht unser Ziel.

Ludwigsfelde mit Siegesserie

In den Runden 4-6 gewannen wir gegen Lok Brandenburg II, Empor Schenkenberg und Caissa Falkensee knapp. Alle 3 Mannschaften kämpften wie wir ebenfalls um den Anschluss an die Tabellenspitze. Diese 6 Mannschaftspunkte „katapultierten“ uns vom 8. Platz auf den 6. Tabellenplatz. Dies zeigte auch, wie spannend und eng der Kampf um die Tabellenspitze sowie um die Podiumsplätze in dieser Saison war.

Kurzzeitige Ernüchterung bremst nicht die Euphorie bis aufs Podium

In der 7. Runde gewannen wir einen Mannschaftspunkt bei der 4. Mannschaft vom Potsdamer Schachverein. Nach 3 Siegen also erstmals wieder ein Dämpfer – zur rechten Zeit? Die 2. Mannschaft vom SV Werder an der Havel sowie den SV Babelsberg konnten wir hingegen souverän besiegen.

Damit hatten wir nach 9 Runden den 3. Platz erreicht, punktgleich mit Lok Brandenburg II, USV Potsdam III und Grün-Weiß Niemegk. Zwei weitere Mannschaften hatten nur einen Mannschaftspunkt weniger.

Traum vom Podium zerplatzte in der Vorschlussrunde

In der 10. Runde kam die 3. Mannschaft vom Schachclub Empor Potsdam nach Ludwigsfelde. An diesem Tag war Caissa, die Schachgöttin, nicht auf unserer Seite. Wir verloren knapp, aber der Sieg der Potsdamer war durchaus verdient. Den nun erreichten 5. Tabellenplatz wollten wir anschließend gegen den Tabellenvorletzten, SV Rochade Potsdam-West II, verteidigen. Dies gelang uns auch, es hätte aber auch etwas klarer sein dürfen.

Mannschaftsfazit

Ludwigsfelder SC erreicht mit starken Leistungen sein Saisonziel

Die 1. Mannschaft vom Ludwigsfelder Schachclub erspielte also den 5. Platz in der Regionalliga West. Das ist nicht nur ein Platz in der oberen Tabellenhälfte, den man sich vor der Saison als Ziel setzte, sondern man war auch nur einen Sieg, also 2 Mannschaftspunkte, vom Spitzentrio entfernt!

Die Truppe vom langjährigen Mannschaftsleiter Reiko Pankow zeigte insgesamt eine super Mannschaftsleistung und einen tollen Teamgeist. 11 Spieler von jung (Lennard Zimmer mit 10 Jahren!) bis alt (Roland Schmidt mit stolzen 89 Jahren!!) kämpften gemeinsam an den 8 Brettern. Man erspielte 7 Mannschaftssiege und 1 Unentschieden bei nur 3 Niederlagen.

Das Ziel für die nächste Saison ist ein ähnlich erfolgreiches Abschneiden.

Senioren gewinnen die Kreismannschaftsmeisterschaft

In der Kreismannschaftsmeisterschaft gewann unsere 2. Mannschaft punkt- und wertungsgleich mit Rolls-Royce Dahlewitz und der SG Mahlow in einem furiosen Finale. Auch hier zeichnete man sich mit Zuverlässigkeit und Teamgeist aus.

Nachwuchsmannschaft zeigt enormes Talent

Gegen die „alten Hasen“ konnte unsere 3. Mannschaft zwar bislang noch nicht so recht punkten. Doch wenn man sich die Partien anschaut und wie sie aufs Brett gebracht werden, wird klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Kinder nicht nur mithalten, sondern auch überholen.

Spielerfazit

Zwei Spieler trumpfen mächtig auf

Nicht „Zwei bärenstarke Typen“ wie im gleichnamigen Film, sondern „Zwei ganz helle Köpfe“ knöpften sich ihre Gegner vor.

Rafael Schenk erspielte am 3. Brett 5 Punkte aus 6 Partien! Im Herbst verstärkte Frank Schumann unsere Mannschaft und nach kurzen Einstiegsschwierigkeiten erreichte er mit 8 Siegen aus 9 Partien (!!) ein ebenfalls bärenstarkes Ergebnis.

Gute Gemeinschaftsarbeit

Nun nutzen in einem Mannschaftswettkampf nicht vordergründig die Einzelergebnisse: Alle Spieler kamen auf mindestens 40% der Punktausbeute.

Die geschlossene Mannschaftsleistung in der Regionalliga, die Zuverlässigkeit unsere Kreisliga-Meistermannschaft und unsere talentierten Nachwuchsspieler machen „Spaß auf mehr“.

Einladung an Interessierte

Wer Lust und Spaß am Schach hat darf gerne im Waldhaus Ludwigsfelde am Freitag ab 19:00 Uhr vorbeischauen. Kinder und Jugendliche treffen sich freitags ab 17:30 Uhr und Senioren am Mittwoch ab 10:00 Uhr.

René Schilling