Gegen Bestbesetzung zum Remis

Den Weg zur Zeppelingrundschule kenne mittlerweile sogar ich auswendig. Neben diversen Begegnungen in der Liga richtet unser Tabellennachbar, der PSV Potsdam Mitte, dort das alljährliche Potsdamer Sommeropen aus. Auch die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft war im Januar ganz in der Nähe zu Gast, bei der dieses Jahr vier Ludwigsfelder um Platzierungen spielten.

Beim LSC ersetzte an diesem Sonntag Roland Schmidt unser 4. Brett Michel Zimmer, auch Ulrich war nicht mit dabei. Die hochmotivierte Potsdamer Mannschaft trat hingegen erstmals in Bestbesetzung an, sodass unser Vorhaben, einen weiteren Mannschaftssieg zu erringen, deutlich schwieriger wurde.

An den Brettern ging es diesmal hoch her. Roland hatte es mit einem höherklassigen Gegner zu tun und verlor durch ein paar unglückliche Züge. Frank Schumann konnte durch eine fehlerhafte Abwicklung seines Gegners einen Vorteil erzielen und diesen in einen sicheren Sieg verwandeln. Wolfgang Tilp musste seine Partie aufgeben, Ralf Kokulinsky glich gleich wieder aus. Die beiden Remisen von Rafael Schenk und René Schilling erhöhten das Gesamtergebnis auf 3:3.

Nun mussten die beiden noch offenen Partien die Entscheidung bringen.

Kurt Rosenau steuerte seine Partie trotz Minusbauern in ein sicheres Remis. Unser Mannschaftsleiter, Reiko Pankow, bot daraufhin in ausgeglichener Stellung Remis, was ein Unentschieden für den Wettkampf bedeutete. Somit erkämpften wir einen weiteren Mannschaftspunkt in dieser Saison und verbleiben weiter in der oberen Tabellenhälfte.

Jahresauftaktsieg in Schenkenberg

Unser erstes Ligaspiel im Jahre 2019 führte uns heute nach Schenkenberg zum aktuellen Tabellenführer. Man kennt sich und entsprechend herzlich wurden wir im bekannten Spiellokal, dem Sportheim im Ortsteil „Groß Kreutz“, empfangen. Die Mannschaft aus Schenkenberg war wie erwartet stark aufgestellt, aber auch wir konnten mit Optimismus und Selbstvertrauen aus den bisherigen Mannschaftskämpfen in die Partien starten.

Bei mir kam zunächst eine gut bekannte Variante aufs Brett, von der Weiß jedoch bereits im siebten Zug abwich. Ich nahm einen Bauern und weil mein Gegner auf frühzeitige Komplikationen verzichtete, konnte ich meine Stellung schnell stabilisieren und so zunächst mit einem Mehrbauern im Zentrum verbleiben.

Bei René stand zu diesem Zeitpunkt ein Damentausch im Raum, die Stellung wirkte aber solide und versprach keine Schwierigkeiten für ihn. Michel hatte einen vielversprechenden Angriff auf dem Brett und musste diesen jetzt korrekt fortsetzen, um letztlich einen Vorteil daraus zu ziehen. Alle anderen Partien standen bis dahin ausgeglichen.

Ulrich war der erste, der seine Partie beendete. Er einigte sich mit seinem Gegner auf ein freundschaftliches Remis, was auch der Stellung entsprach.

An Brett 4 machte Wolfgang unterdessen einen Fehler und musste die bis dahin ausgeglichene Partie in der Folge aufgeben, sodass Schenkenberg zunächst in Führung geriet.

Kurz darauf konnte ich meine Partie ebenfalls beenden. Nachdem die Türme vom Brett waren nutzte ich einen taktischen Einschlag zum zweiten Bauerngewinn. Kurz darauf gab mein Gegner das Läuferpaar für ein paar vage Tricks, sodass ein Endspiel mit Dame und Springer gegen Dame und Läufer mit Mehrbauern und Freibauer entstand. Nach einem weiteren Fehler mit drittem Bauerngewinn und anstehendem Damentausch gab mein Gegner auf.

Reiko konnte seine Partie ebenfalls gewinnen. Er schaffte sich einen starken, weit vorgerückten Freibauern und platzierte seine Schwerfiguren auf die richtige Art und Weise, sodass sein Gegner angesichts des drohenden Zusammenbruchs vorzeitig aufgab.

Am achten Brett erreichte Frank eine komplizierte Stellung mit gutem Potenzial. Er behielt die Übersicht und spielte eine schöne Kombination, nach der er mindestens die Qualität gewinnt, was in dieser konkreten Stellung völlig ausreichend war für einen sicheren Brettpunkt.

Ralf spielte heute an Brett 7 und bewies einmal mehr seine Stärken als „Einwechselspieler“. Nach einer im Großen und Ganzen ausgeglichenen Partie erspielte er sich ein Endspiel mit Läufer gegen Springer, in dem er leicht im Vorteil war. Angesichts der Punktesituation bot er seinem Gegner ein Remis an, was dieser auch annahm.

In diesem Moment schob René am ersten Brett seinen letzten Bauern auf ein weißes Feld, sodass der schwarzfeldrige Läufer seines Gegners fortan arbeitslos war. Mit vier Brettpunkten im Rücken bot René remis und sein Gegner, stark genug die Stellung korrekt einschätzen zu können, akzeptierte, wodurch mit nunmehr 4.5 Punkten der Mannschaftssieg bereits feststand.

Michel quälte sich unterdessen noch ein wenig, nachdem er die Gelegenheit verpasst hatte den Sack zuzumachen. Am Ende konnte sein Gegner die Stellung stabilisieren und sogar noch einen Gegenschlag ausführen, sodass Michels Stellung schließlich zusammenbrach und er sich für den tollen Angriff nicht belohnen konnte.

Insgesamt ein gelungener Spieltag in sportlicher und fairer Atmosphäre.

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