Auftaktsieg gegen SV Werder/Havel

Nach dem Abschluss der lange unterbrochenen Saison 2019/21 wurde am vergangenen Wochenende die erste Runde in der neuen Saison 2021/22 gespielt. Unser aller Hoffnung ist/war, dass diese Saison geordneter, ohne Unterbrechungen und auch aus sportlicher Sicht aussagekräftiger gespielt werden kann als die zurückliegende Saison.

Unangenehme Aussichten auf die Saison

Nach den gesundheitlichen Ausfällen von Kurt und Frank sollten diesmal unsere beiden „Wolfgänge“ zum Zug kommen und ersetzten unsere beiden Erkrankten. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Werder und hofften aufgrund der starken Besetzung ganz vorsichtig auf ein gutes Mannschaftsergebnis.

Im Spiellokal angekommen, kam zunächst Verwunderung auf, da unsere Gastgeber nur zögerlich die Bretter aufbauten und auch keine acht Tische vorbereiteten. Auf unsere Nachfrage erfolgte dann die erste Ernüchterung der Saison: Der Gastgeber konnte aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen keine acht Spieler aufbieten – eine Vorschau darauf, dass auch die Saison 2021/22 wohl nicht nur sportlich entschieden werden wird, sondern auch dadurch, welche Mannschaft am wenigsten von Erkrankungen und Quarantänen betroffen sein wird. Unschön!

Vier Bonuspunkte für Ludwigsfelde

Doch es waren zumindest vier Spieler aus Werder anwesend, sodass der Wettkampf immerhin gestartet werden konnte, auf einen fünften wurde weiter gehofft. Das hieß aber auch: An Brett 1 bis 4 wurde gespielt, Reiko an Brett 5 musste warten und Hagen sowie die beiden „Wolfgänge“ hatten bereits kampflos gewonnen. Nach 30 Minuten Wartezeit stand dann auch fest, dass Reikos Gegner nicht mehr auftauchen würde, und wir hatten – ungewollt – den ersten Mannschaftspunkt sicher.

Zu diesem Zeitpunkt sah es jedoch auch an allen vier Brettern bereits ganz gut für uns aus: Alle Ludwigsfelder hatten einen kleinen positionellen Vorteil auf ihrer Seite.

Gelungenes Debüt für Thilo

Als Michels Partie ein wenig verflachte, bot er seinem Gegner Remis. Angesichts der Lage zeigte die Mannschaft aus Werder wenig Ambitionen, das Unmögliche möglich zu machen, und Michels Gegner willigte ins Remis ein. Damit war der Mannschaftssieg endgültig gesichert. An den anderen Brettern wurde jedoch weitergespielt, und das aus guten Gründen.

An Brett 4 spielte Thilo, der nach fast zwei Jahren ungeplanter Wartezeit endlich sein Debüt in der ersten Mannschaft geben durfte, gegen Werders Altmeister Rudi Triegel, der auch öfters am Mittwoch im Waldhaus mit unseren Senioren spielt.

Aus einer unspektakulären Eröffnung heraus ergab sich zunächst noch eine recht ausgeglichene Stellung. Doch Thilo wusste hier besser als sein Gegner, welche Figuren er tauschen durfte, welche Änderungen der Bauernstruktur anzustreben waren und welche nicht. Daraus ergab sich ein erster zählbarer Vorteil für ihn.

Ruhig und gelassen erkannte er dann die sich ihm bietenden Chancen, seinen positionellen Vorteil zu vergrößern, und ein wenig unerwartet gesellte sich plötzlich sogar ein zusätzlicher Läufer zu seinen Vorteilen. Routiniert brachte er die Partie zu Ende und erzielte damit seinen ersten Sieg in der 1. Mannschaft – Glückwunsch!

Freiheiten an den vorderen Brettern

René hatte seinen Gegner unterdessen nach mehreren „unorthodox aufs Brett gebrachten Freiheiten“ vor so große Probleme gestellt, dass dieser sich dazu genötigt sah, schon in der Eröffnung die wackelige Bauernkonstruktion im Zentrum mit seinem König zu verteidigen. Das darf man sich gegen René normalerweise nicht erlauben – aber galt dies auch heute?

„König entwickeln, Zentrum besetzen, Figuren in Sicherheit bringen.“

Altbekannte Eröffnungsparadigmen

Es galt. Ohne unnötige Eile vollendete René seine Entwicklung im sicheren Wissen, dass sein Gegner keine Möglichkeit hatte, die selbstverursachten Probleme in der Zwischenzeit zu lösen. Angesichts des übermächtigen Angriffs, dem König im Zentrum und der nicht zu verteidigenden Stellung stellte sein Gegner schließlich die Uhr ab.

Bei Rafael an Brett 1 zeichnete sich derweil eine länger dauernde, positionell gestaltete Partie ab. Auch hier gewährte sich sein Gegner in der Eröffnung einige Freiheiten, durch die sich Tempoverluste ergaben und Rafael seinen Eröffnungsplan umsetzen konnte. Ein leichter Vorteil war die Folge, doch eine Gewinngarantie war dies noch nicht. Das Mittelspiel wurde zunehmend taktisch, doch Rafaels Gegner vermied die kritischen Abwicklungen und hoffte zu sehr auf spätere Chancen. In der Folge geriet er zunehmend in die Defensive und Rafael vergrößerte seinen Raum-, Stellungs- und Materialvorteil.

In immer schwieriger werdender Stellung wagte sein Gegner schließlich mehr und stellte Rafael nun bis zur Zeitkontrolle vor Probleme und Aufgaben, die dieser jedoch mit Ruhe, Souveränität und Erfahrung abwehren konnte. Als der vierzigste Zug überschritten war und das Matt unvermeidlich war, gab er auf.

Gelungener Auftaktsieg

Damit gewann unsere Mannschaft den Wettkampf mit starken 7,5 zu 0,5.

Wann waren wir schon einmal Tabellenführer?

Pl. Mannschaft MP BP Berl.Wrt.
1. Ludwigsfelder Schachclub I 2 7.5 33
2. SV Hellas Nauen II 2 7 30
3. Schach-Club Wittstock 2 6.5 26.5
4. ESV Kirchmöser 2 6 23
5. USV Potsdam III 1 4 20
6. SG Lok Brandenburg II 1 4 16
7. SV Grün-Weiß Niemegk 0 2 13
8. SV Empor Schenkenberg 0 1.5 9.5
9. Schachclub Havelland 0 1 6
10. SV Werder I 0 0.5 3
11. Schachclub Oberkrämer 0 0 0

Spielbericht von Rafael und René