Umkämpfter Sieg gegen Schenkenberg

Am 20.03.2022 fand für unsere 1. Mannschaft die offiziell siebte Runde der Spielsaison in der Regionalliga Nordwest statt. Für uns war es allerdings erst der vierte Wettkampf.

Alle drei vorhergehenden Wettkämpfe hatten wir auswärts gespielt und freuten uns, nun endlich wieder im Säulensaal des Waldhauses spielen zu können. Wir empfingen die Schachfreunde aus Schenkenberg, mit denen wir schon viele spannende Wettkämpfe austrugen – so auch diesmal.

Im SPAS-Cafe spielte zeitgleich unsere 2. Mannschaft gegen den FC Deetz.

Ludwigsfelde in Bestbesetzung

Wie vor 2 Wochen in Brandenburg konnten wir auch heute in Bestbesetzung antreten, auch mit der Hoffnung, dass Schenkenberg mit einen „vollen Achter“, also 8 Spielern, antreten kann. Dies ist zur Zeit leider nicht immer gegeben. Das war dann auch heute so: Unsere Gäste kamen mit 7 Spielern, sodass für Hagen der Wettkampf damit bereits beendet war, weil er kampflos gewann. Für den Wettkampf hieß dies, dass wir mit 1:0 in Führung gegangen sind.

Nun aber zum Kampf an den Brettern. Auch mit der unerwarteten Führung im Rücken sollte der Wettkampf kein Selbstläufer werden, da Schenkenberg neben ihren beiden Spitzenspielern mit erfahrenen Spielern antrat.

Leichte Vorteile nach den Eröffnungen

Als die erste Stunde vergangen war, zeichnete sich am 6. Brett ein Vorteil für uns ab. Thilo spielte die Eröffnung sauber herunter, doch sein Gegner kannte die Variante nicht. Hier war es schön zu sehen, wie Thilo sich die Zeit nahm, den Eröffnungsfehler des Gegners zu analysieren, und anschließend in perfekter Vollendung den Fehler ausnutzte, sodass sich bereits eine gewinnbare Stellung für ihn ergab mit Materialvorteil und Königsangriff.

Auch vorne am ersten Brett waren Eröffnungsfehler das Thema der Stunde. Rafaels Gegenspieler vergurkte die Eröffnung völlig – am ersten Brett eine Seltenheit. Der Vorteil, der sich daraus ergab, war zunächst jedoch nur minimal.

Am dritten Brett sorgte hingegen Michels Gegner für aufkommende Spannung: Er opferte eine Leichtfigur und bekam dafür Angriff. An den anderen Brettern wurde die Eröffnung beendet und ins Mittelspiel eingeleitet. Hier schien noch alles offen zu sein und zum Teil sahen die Stellungen der Schenkenberger sogar leicht besser aus.

Die Mittelspiele gehen an den LSC

Ab der zweiten Stunde begannen sich die Partien so langsam in eine für uns vorteilhafte Richtung zu bewegen. Frank und Reiko bekamen Oberwasser, an den vorderen Brettern waren kaum neue Tendenzen zu erkennen. Rafael musste ein wenig rechnen. Der Verlauf machte bislang somit Hoffnung, aber man weiß ja nie…

„Als die Uhr 12 schlug“ (mittags um 12:00 Uhr), schlug auch unsere heutige Stunde.

Thilo gewann nun endgültig seine Partie – für seinen Gegner war nichts mehr zu retten.

Fast zeitgleich hatte Frank einen möglichen Figurgewinn auf dem Brett. Nach kurzer Kontrolle nutzte er die dreizügige Kombination zum Materialgewinn und holte uns den dritten Brettpunkt.

„Scheiß Schachspiel.“

Schenkenbergs Brett 5 unmittelbar vor dem Figurverlust – seine Aussage ist wohl kaum mehrheitsfähig.

Kurt einigte sich mit seinen Gegner auf ein Remis und auch Michel akzeptierte kurzerhand ein Remisangebot. Nun stand es 4:1 für uns. An den drei verbliebenen Brettern sah es gut aus:

  • Reiko erspielte sich einen positionellen Vorteil mit einem starken Springer auf einem Vorposten gegen einen schwachen Läufer – ein Vorteil, der oft in einem Sieg mündet.
  • René spielte zwar unspektakulär, achtete aber darauf, die Initiative zu behalten, und lauerte auf einen Fehler des Gegners.
  • Rafael parierte den Angriff seines Gegners und erreichte eine Stellung mit zwei Türmen und dem Läuferpaar gegen zwei Türme, Läufer und Springer – das Remisangebot schlug er ohne nachzudenken aus.

Ludwigsfelde baut Vorteile aus

So ging es in die dritte Stunde. Rafael versuchte weiterhin, mehr zu erreichen, eroberte Raum und nutzte aus, dass sein Gegner Figuren passiv stellte, sich in Fesselungen begab und sich selbst eine Bauernschwäche schuf. Trotz dessen ist die Verwirklichung des Vorteils gegen so einen Gegner schwer. Allerdings schien man sich hier keine Sorgen machen zu müssen, denn ein Ausgleich schien immer mindestens drin zu sein.

Am 2. Brett passierte Renés Gegner unterdessen ein Flüchtigkeitsfehler, der einen Bauern kostete. Auch das war noch kein Partieverlust, aber wie sagt man so schön:

„Haben ist besser als brauchen.“

Reiko spielte weiterhin seine Partie runter, der Vorteil wurde immer größer und ein Sieg immer wahrscheinlicher.

Reiko holt Mannschaftssieg

Nun kamen wir wieder in die 4. Stunde, was unseren beiden Zeitnot-„Experten“ Rafael und René bekannt vorkam. Diesmal war auch Reiko noch dabei, aber sein Vorteil war zu groß und sein Gegner gab schließlich auf. Damit hatten wir den Wettkampf endlich sicher gewonnen. Das war beruhigend für den Kampf an den beiden ersten Brettern, denn außer einer persönlichen Pleite konnte der Mannschaft nichts mehr passieren.

Reiko mit Schwarz hat einen Turm zu viel: Der Mannschaftssieg war gesichert.

Tragische Schlussphase

Die Schlussphase wurde mit maximaler Konzentration gespielt. René versuchte, seinen Mehrbauern zu verwerten, während Rafael einen Befreiungszug übersah und plötzlich mit einer gegen ihn laufenden Taktik konfrontiert war.

„Als dann am 1. Brett die Uhren abgestellt wurden, wollte ich Rafael zu einer guten Partie gratulieren. Dann das Entsetzen: Statt eines Remis oder Sieges hatte er seine Partie doch noch verloren. Schade! Viel Aufwand, doch leider ohne Erfolg. Ich quälte mich weiterhin, den minimalen Vorteil zu verwerten. Egal wie es ausgeht, wir haben als Mannschaft gewonnen und warum nicht kämpfen.“

René

Als dann die Zeitkontrolle erreicht wurde und die Stellung Gewinnchancen zuließ, versuchte René sein Glück. Und das Glück half: Auch diese Partie war schließlich gewonnen.

Renés Freibauer war zu stark.

Fazit

Wir haben wieder einen guten und erfolgreichen Mannschaftswettkampf gespielt. Gratulation!

Weiterhin sind wir verlustpunktfrei Tabellenführer. Die Geschlossenheit unserer gesamten Mannschaft macht Spaß!

Die Ergebnisse.

Tabelle und Ausblick

In der Rangfolge der Tabelle hat sich an diesem Spieltag nicht viel getan. Wir führen weiterhin, wenn auch denkbar knapp. Aber auch der ESV Kirchmöser ist bislang noch ohne Punktverlust. Der SC Wittstock verlor etwas überraschend (und überraschend hoch) gegen Nauen.

In zwei Wochen fahren wir zum Schachclub Oberkrämer – ein Gegner, der uns bislang noch völlig unbekannt ist.

Pl. Mannschaft MP BP Berl.Wrt.
1. Ludwigsfelder Schachclub I 8/8 26.5 111
2. SV Hellas Nauen II 8/10 26 116.5
3. Schach-Club Wittstock 6/8 19.5 82
4. ESV Kirchmöser 6/6 18.5 79.5
5. USV Potsdam III 5/6 14.5 68
6. Schachclub Havelland 4/6 10 51.5
7. SV Grün-Weiß Niemegk 2/6 11 49.5
8. SG Lok Brandenburg II 1/10 10.5 46.5
9. Schachclub Oberkrämer 0/6 10 39.5
10. SV Empor Schenkenberg 0/6 7 38.5
11. SV Werder I 0/8 6.5 37.5

Bericht von René mit Ergänzungen durch Rafael