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LSC bleibt auch am 3. Spieltag ungeschlagen

Am vergangenen Sonntag kam es zum ersten Heimspiel der laufenden Saison. Wir erwarteten die netten Gäste und unmittelbaren Tabellennachbarn vom Schachclub Schenkenberg. Die letzten Aufeinandertreffen verliefen immer sehr knapp – wenn auch oft mit dem besseren Ende für uns.

Dies sollte in diesem Jahr natürlich so bleiben und wir traten in Bestbesetzung an. Das 8. Brett hütete in dieser Saison erstmals Ulrich, der als Trainer, Fahrer und Spieler die Kinder in der Regionalklasse bei den Auswärtsspielen betreut.

Nach der gewohnt soliden Begrüßungsansprache von Mannschaftsleiter Reiko Pankow wurde der Kampf auf den 64 Feldern eröffnet.

Der erste Rückschlag

Den ersten Dämpfer bekam unsere Mannschaft nach einer knappen Stunde, als Wolfgang am 7. Brett fehlgriff und auf Grund dieses Blackouts leider sofort aufgeben musste. Wieder einmal lagen wir 0:1 zurück. Es folgte ein solides Remis von Ulrich. Jetzt spielten nur noch sechs Bretter und der Ausgleich war nicht in Sicht. Kurt erarbeitete sich mit Weiß eine schöne Angriffsstellung in der Skandinavischen Verteidigung und drohte seinen Gegner zu überrennen, und auch René stand mit Weiß gegen den DWZ-Besten aus Schenkenberg sehr druckvoll. Ähnlich sah es auch bei Frank am 5. Brett aus. An den anderen Brettern war noch nichts Konkretes zu erkennen.

Reiko rüttelt die Truppe wach

Dann setzte unser Mannschaftsleiter mit einem Paukenschlag den Start zur Aufholjagd und gewann in eindrucksvoller Manier. René, als Teamplayer bekannt, lehnte noch das Remisangebot seines Gegners ab. Michel verbesserte seine Stellung Stück für Stück, stellte erst einen gegnerischen Springer kalt und verpasste seinem Gegner einen Doppelrandbauer. Kurt spielte sehr geschwind und konnte in ein Springerendspiel mit Mehrbauern abwickeln, auch Frank erhielt Materialvorteil in Form eines Bauern. Es sah nicht schlecht aus für uns und nach zwei Mannschaftsremisen in Folge wollten wir den ersten Sieg.

Auch Michel wollte nach zwei Remisen endlich wieder punkten, doch schätzte er seine Stellung falsch ein und vertauschte zwei Züge. So kam der Gegner unnötig zu Aktivität, so dass hier nichts anderes übrigblieb, als den entstandenen Angriff per Damentausch abzuschwächen und in ein Doppelturmendspiel abzuwickeln, wo der Mehrbauer des Gegners in Form des Doppelbauern nicht gefährlich werden konnte. Hier wurde dann schnell Remis vereinbart. Die Hälfte der Spiele war somit beendet und es stand 2:2.

Ein sehenswerter Endspurt

An Brett 1 entwickelte sich ein erbitterter Schlagabtausch. Rafaels Gegner schlug mit dem Läufer auf h6 ein und holte sich mit drohendem Damengewinn diesen Bauern ab. Derweil bat René Michel darum die Spiele zu beurteilen, da sein Gegner erneut Remis geboten hatte, welches wieder abgelehnt wurde.

Kurt hatte derweil seinen Mehrbauern in eine Dame verwandelt und spielte gegen den letzten Versuch seines Gegners, mit Springer, Bauer und König selbst umzuwandeln. Frank hatte zu diesem Zeitpunkt ein gleichfarbiges Läuferendspiel mit zwei Mehrbauern auf dem Brett. Also kam von Michel die Information an René, dass Brett 4 und 5 auf jeden Fall gewinnen und er ruhig Remis machen kann, dann wäre es egal wie Rafaels Partie ausgeht. Also machte René Remis und es stand 2,5:2,5.

Anders als erwartet

Kurt spielte mit viel Erfahrung seinen Vorteil runter und erstmals gingen wir an diesem Spieltag in Führung. Doch was geschah bei Frank? Trotz zwei Bauern Materialvorteil verkeilten sich die Bauern und plötzlich stand der König des Gegners aktiv und der entscheidene Hebel fehlte, um sich einen Freibauern zu erarbeiten. Sollte es wieder nur zum Remis reichen?

Als der Druck kaum noch auszuhalten war fiel die Entscheidung an Brett 1. Rafael konnte einen Turm seines Gegners weitgehend isolieren und drohte mit zwei weit vorgerückten Zentrumsbauern. Sein Gegner übersah schlussendlich die gewinnbringende mehrzügige Taktik und musste angesichts der drohenden Demontage mit weniger als einer Minute Restbedenkzeit die Waffen strecken.

Frank hatte derweil vom Rechnen einen ganz roten Kopf, konnte aber aufgrund des Sieges von Rafael gefahrlos in ein Remis abwickeln. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewannen wir verdient mit 5:3 und klettern in der Tabelle damit auf den 5. Platz.

Nächste Niederlage in der Regionalklasse

Zeitgleich spielte an diesem Tag unsere Kindermannschaft gegen Lok Brandenburg III und musste mit 1:3 eine bittere Niederlage einstecken. Es spielten Hagen, Lennard, Thilo und Balthasar.

Hervorzuheben ist die Leistung von Hagen, der dem 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner ein Remis abtrotzte. Thilo lag schnell unglücklich zurück, so dass hier leider nichts zu holen war. Bei Balthasar wurde in einer wilden Partie, mit ständig wechselnden Materialvorteilen, Remis vereinbart.

Der Pechvogel an diesem Tag war leider Lennard, der seine Gegnerin mehrfach überspielt hatte und mit zwei Mehrbauern im Schwerfigurenendspiel leider nicht zum Abtausch kam. Fast zufällig fanden die gegnerischen Türme dann den Weg auf die 7. Reihe und Lennard konnte sich für seine starke Leistung nicht belohnen. Aber die Mannschaft ist auf einem guten Weg. Alle nahmen es gelassen und konnten wieder wertvolle Erfahrungen sammeln.

Michel

Die Kreiseinzelmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen

Gymnasium Luckenwalde erlebte spannende Kreiseinzelmeisterschaften

Am 02. November ermittelte der Nachwuchs aus dem Kreis Teltow-Fläming seine neuen Meister im Schach. Es nahmen 28 Schachspielerinnen und –spieler in den Altersklassen U8 – U18 teil.

Der Ludwigsfelder Schachclub entsandte 9 Schachspieler aus der Trainingsgruppe unseres Übungsleiters Ulrich Krupse. Aus dem Zossener Hort „Am Wasserturm“, die von Jörg Schwarze mittrainiert werden, nahmen 3 Kinder teil. Die weiteren Nachwuchsspieler kamen aus den Schach-AGs in Jüterbog und Luckenwalde.

Auf die traditionelle Begrüßung durch unseren Kreisvorsitzenden Fred Metzdorf mussten die Teilnehmer diesmal verzichten. Fred war bei der zeitgleich stattfindenden Landeseinzelmeisterschaft in Trebbin Gastgeber und Schiedsrichter. Vielleicht schafft ja eines der Nachwuchstalente den Weg bis dorthin. Ein Kreismeistertitel in seiner Altersklasse ist jedenfalls ein sehr guter Anfang!

Nach einer kurzen Begrüßung des stellvertretenen Kreisvorsitzenden Jörg Schwarze sowie des Turnierleiters René Schilling konnte der Wettkampf beginnen.

Der nun in mehrere Altersklassen geteilte Wettkampf dauerte bis zu 7 Runden.

Altersklasse U8

In der Altersklasse U8 spielten 4 Jungen und ein Mädchen ein 5-rundiges Turnier. Der Hort „Am Wasserturm“ war mit 3 Kindern am Zahlreichsten vertreten.

Janek konnte 3,5 Punkten erspielen und gewann den Titel. Den 2. Platz erreichte Benjamin mit 3 Punkten. Beide kommen aus dem Hort „Am Wasserturm“ in Zossen. Den 3. Platz erreichte Nils mit 1,5 Punkten. Maike erkämpfte 1 Punkt und wurde Kreismeisterin. Die gleiche Punktzahl erreichte auch der jüngste Teilnehmer, Marlon, mit seinen 6 Jahren.

Pl. Name Punkte
1. Janek 3,5
2. Benjamin 3
3. Nils 1,5
4. Maike, Marlon 1

Altersklasse U10

In der Altersklasse U10 nahmen 1 Mädchen und 8 Jungen den ebenfalls 5-rundigen Wettkampf auf. Der LSC nahm hier mit 4 Spielern teil. Alle 4 Ludwigsfelder Spieler wollten einen Medailienplatz, immerhin hatten sie schon Wettkampferfahrung aus der Kreismannschaftsmeisterschaft und Einzelturnieren wie z.B. dem Ludwigsfelder Herbst.

Diesen Vorteil konnten sie auch ausspielen. Die vorentscheidende Partie zwischen Lennard und Balthasar entschied Lennard für sich und war danach auch nicht mehr von seiner Siegestour abzubringen. Mit 5 Siegen und 100% holte er sich den Kreismeistertitel. Balthasar konnte die 4 anderen Partien für sich entscheiden und ist somit Vizemeister. Beim 3. Platz, für den man 3 Punkte brauchte, gab es 3 punktgleiche Spieler. Hier hatte Niklas, der nur gegen Lennard und Balthasar verlor, die beste Wertung. Kreismeisterin wurde Matilda. Dass die Gruppe insgesamt sehr spannend war zeigte sich auch dadurch, dass Tamino, Maximilian und Julian jeweils 2 Punkte erreichten.

Pl. Name Punkte
1. Lennard 5
2. Balthasar 4
3. Niklas 3
4. Tristan, Lucas 3
6. Tamino, Maximilian, Julian 2
9. Matilda 1

Altersklasse U12

In der Altersklasse U12, die 7 Runden spielte, dominierte Luca von Beginn an. Er legte mit einer Siegesserie los, die erst in der Finalrunde durch ein Remis beendet wurde. Den 2. Platz erreichte Fabian mit 4,5 Punkten, der Luca das einzige Remis abringen konnte. Yannis verlor zwar auch gegen Luca, musste aber auch gegen Anton eine Niederlage einstecken, so dass sein Sieg gegen Fabian nicht mehr zum 2. Platz ausreichte. Auf den etwas undankbaren 4. Platz kam mit 3 Siegen Anton. Felix kam im Dreikampf mit Tim und Paul auf 2 Punkte, Tim und Paul auf jeweils einen Sieg.

Pl. Name Punkte
1. Luca 5,5
2. Fabian 4,5
3. Yannis 4
4. Anton 3
5. Felix 2
6. Tim, Paul 1

Altersklasse U14

„Wir wollen spannende Wettkämpfe sehen.“

René bei der Begrüßung

Die Altersklasse U14 nahm die Begrüßungsworte des Turnierleiters buchstäblich wörtlich. Nach 3 aufregenden Runden hatte Pitt 3 Siege auf seinem Konto. Damit ist er verdienter Kreismeister. Seine drei Kontrahenten waren sich aber über die Reihenfolge um die weiteren Plätze nicht einig: Mit jeweils einem Sieg und den entsprechenden Niederlagen waren sie punkt- und zweitwertungsgleich.

Aus dem bisherigen Vierkampf wurde somit ein mit verkürzter Bedenkzeit stattfindender Dreikampf um die weiteren Platzierungen. Hier hatte Thilo das bessere Ende für sich und sicherte sich den Vizemeistertitel. Maximilian besiegte Jonas und kam auf den 3. Platz.

Pl. Name Punkte
1. Pitt 3
2. Thilo 1
3. Maximilian 1
4. Jonas 1

Thilo erreichte 2 Punkte im Blitz, Maximilian 1 Punkt.

Altersklasse U16 – U18

Diese beiden Altersklassen wurden zusammengelegt. Die nur 3 Teilnehmer bekamen vom Turnierleiter eine Uhr, um somit mit mehr Bedenkzeit ihre schon über Jahre erworbenen Kenntnisse besser abrufen zu können. So sah es auch in den einzelnen Partien aus. Aus Ludwigsfelde war Hagen Kruspe vertreten und konnte sich mit den beiden älteren Luckenwalder Schachfreunde messen. Nach den 3 Runden verbuchte er 1,5 Punkte und gewann somit den Wettkampf – den Titel in der Altersklasse U16 inbegriffen.

Pl. Name Punkte
1. Hagen 1,5

Fazit

Das Fazit aus der diesjährigen KEM für den Ludwigsfelder SC sieht überaus positiv aus. In den angetretenen Altersklassen U10, U12 und U14 konnten unsere Nachwuchsspieler gewinnen. Zusätzlich den 2. Platz erreichten unsere Spieler in der U10 und U14, 3. Plätze auch in der U10 und U12.

Meinen Glückwunsch an die Spieler für ihre tollen Erfolge, an ihren Übungsleiter Ulrich Kruspe und an die Eltern.

Ingesamt nahmen 28 Kinder und Jugendliche teil.

Sieger wurden:

  • U8w: Mönnich,Maike (Lindenschule Jüterbog)
  • U8: Engel,Jannik (Hort „Am Wasserturm“ Zossen)
  • U10w: Harsanyi,Matilda (Jüterbog)
  • U10: Zimmer,Lennard (Ludwigsfelder SC 54)
  • U12: Lancallotta,Luca (Ludwigsfelder SC 54)
  • U14: Lemann,Pitt (Jüterbog)
  • U16: Kruspe,Hagen (Ludwigsfelder SC 54)
  • U18: Duinnov,Max (Go7 Luckenwalde)

Außerdem einen Dank an das Gymnasium Luckenwalde und besonders an Herrn Rudloff für die seit vielen Jahren hervorragenden Turnierbedingungen, sowie an den Kreisschachverband Teltow-Fläming, der bei diesem Turnier alljährlich den Turnierleiter und den Schiedsrichter stellt.

René

René bei der Landesblitzeinzelmeisterschaft

Am 27.10. fand in der Zeppelin-Grundschule, Heimstätte des PSV Potsdam, die Landesblitzeinzelmeisterschaft statt. Nach einem Jahr Pause versuchte ich mich mit den Besten des Landes wieder zu messen. Es nahmen 2 Teilnehmerinnen und 19 Teilnehmer an dieser Meisterschaft im Rundensystem teil.

Von Beginn an wurde sportlich hart um den Titel gekämpft. Meine Chancen waren natürlich begrenzt, das habe ich in den Partien erlebt und man kann dies auch an den Ergebnissen abgelesen. Mit 3 Siegen und 2 Remisen kam ich auf 4 Punkte und bin damit auch zufrieden.

Landesmeister wurde Jann-Christian Tiarks mit 17,5 und Landesmeisterin Heike Germann mit 3 Punkten.

Ein Dank an den Turnierleiter Wolfgang Fischer und an Michael Fuhr vom Ausrichter für die gewohnte Pausenversorgung.

René Schilling

Platz 6 bei der Landeseinzelmeisterschaft

Vom 31.10.2019 bis einschließlich 03.11.2019 hatte ich die Ehre, den Kreisschachverband Teltow-Fläming bei der diesjährigen Landeseinzelmeisterschaft des Landes Brandenburg zu vertreten. Daher möchte ich diesem zunächst einen ganz großen Dank für die Nominierung aussprechen. Es bedeutet mir sehr viel, mich mit den Besten des Landes messen zu können und dahingehend das Vertrauen des Kreises bekommen zu haben.

Wenige Teilnehmer auch in diesem Jahr

Insgesamt 14 Spieler nahmen in diesem Jahr teil. Sicherlich hatte auch das zeitgleich stattfindende Turnier in Falkensee Anteil an der geringen Teilnehmerzahl, aber dennoch: Die LEM ist in Brandenburg das bestbesetzte Einzelturnier des Landes und nominell auch das Wichtigste. Vor diesem Hintergrund ist mir persönlich nicht klar, warum sich nur so wenige ambitionierte Schachspieler bemühen daran teilzunehmen. Dass man im Zweifel über einen Freiplatzantrag gute Chancen hat mitzuspielen, ist schließlich auch nicht neu.

Im nächsten Jahr wird die LEM aufgrund von Terminschwierigkeiten leider in das Potsdamer Sommeropen integriert sein. Übernächstes Jahr soll sie allerdings wieder eigenständig stattfinden und es bleibt zu hoffen, dass dies dann auch zukünftig gelingt. So viele Top-Turniere gibt es in Brandenburg schließlich nicht.

Duell mit Aaron Matthes

In der ersten Partie kam es gleich zum Duell mit Aaron Matthes, der in Lichtenrade ein beeindruckendes Turnier gespielt hat und dieses mit einem Remis gegen einen Großmeister sowie dem zweiten Platz krönen konnte.

Frühmorgens entschied ich mich dafür eine Partie aus dem vergangenen Jahr nachzuspielen, in der ich damals mit Weiß gewinnen konnte. Diese Art der Vorbereitung war vielleicht nicht die allerbeste Idee. Denn diesmal spielte ich mit den schwarzen Steinen und wie schon 2018 gewann Weiß die Partie. Nächstes mal sollte ich wohl etwas Solideres spielen…

Schwierige Nachmittagspartie

In der zweiten Partie bekam ich dann mit Volkmar Berger einen 1500er. Ich erhielt eine typische Position gegen den isolierten Damenbauern, aber ich verpasste die Gelegenheit, seinen starken Läufer abzutauschen. Die Stellung war anschließend ausgeglichen und vielleicht sogar etwas besser für ihn, wenn ich etwas riskierte.

„Wegen mir können wir Remis machen, aber du willst ja bestimmt gewinnen.“

Volkmar Berger

Aber Zukunftsrafael würde mit sich hadern und damit nicht zufrieden sein. Ich hatte noch mehr als genug Zeit auf der Uhr und ging davon aus, dass ich keinen groben Patzer machen werde. Somit wollte ich das Endspiel sehen.

Kurz darauf gab er freiwillig seinen guten Läufer, es kam zum Damentausch und kurz darauf fiel alles zusammen. Zum Schluss ließ er sich gar den Läufer an den Turm fesseln. Damit war die Partie gewonnen. Aber leicht war es mal wieder nicht – und ein erneuter Beweis dafür, dass Kämpfen sich lohnt!

Ein Punkt für die Figurenaktivität

Am nächsten Morgen hieß mein Gegner Hans-Rainer Urban von der SG Lok Brandenburg. In der Eröffnung gewann ich einen Zentrumsbauern, aber mein Gegner entwickelte Gegenspiel. Spontan entschied ich, dass ich solche Stellungen gerne spielte. Es gelang mir mich zu verteidigen und meine Figuren gut zu stellen, während Schwarz gleichzeitig seine Läufer auf die Grundreihe zurückentwickelte.

Nun erzwang ich den Damentausch. Allgemein gilt das Läuferpaar zwar dem Springerpaar im Endspiel überlegen, aber alle meine Figuren standen deutlich aktiver und der gedeckte Freibauer war ein ganz entscheidender Faktor. Der Bauer drohte durchzulaufen und Schwarz musste Material geben: Sieg für mich.

Verquere Eröffnung die Erste: Bin ich Weiß oder Schwarz?

Die Nachmittagspartie des zweiten Tages entwickelte sich zunächst günstig für mich. Weiß brachte das Kunststück fertig, die schwarze Seite einer bekannten Eröffnung zu spielen, allerdings mit Minustempo und dann auch noch eine schlechte Variante davon.

Aber auch ich kannte mich nicht besonders gut aus. Der logische Plan kostete viel Zeit und ermöglichte letztlich Gegenspiel, doch meine Figuren waren erneut aktiver und konnten rechtzeitig in die gegnerische Stellung eindringen.

Entschieden wurde die Partie dann durch ein Damenmanöver mit der Pointe, dass ich die zwei Türme für die Dame (und einen Bauern) gab und meine Dame nun in Kombination mit dem verbliebenen Läufer aufgrund der Felderschwächen in der Lage war mattzusetzen oder entscheidend Material zu gewinnen. Mangels Alternativen wurde es Matt: 3 Punkte aus 4 Partien.

Der IM wartet schon

Das bedeutete, dass ich in Runde 5 gegen IM Ralf Schöne spielen durfte.

Es entstand eine Partie mit entgegengesetzten Rochaden und somit Angriffschancen für beide Seiten. Ich verbesserte meine Stellung stetig und erhielt Vorteil. Dann aber war ich zu gierig: Das Schlagen einer Figur war im Rückblick zu risikoreich und auch nicht notwendig. Stattdessen hätte ich meinen Angriff einfach fortsetzen können mit guten Aussichten und starker Initiative. Schwarz hatte nichts.

So wie gespielt bekam hingegen Schwarz den verheerenden Angriff, welcher letztendlich in einer Niederlage für mich endete. Jedoch: Den nächsten IM knacke ich…

Bis zur letzten Minute

In Runde 6 kam eine Variante aufs Brett, die ich in der Praxis nur sehr selten sehe. Die Partie entwickelte sich zu einem beidseitigen Patzerfest. Aber erst nach der Zeitkontrolle stand ich sichtbar schlechter. Richtigerweise stellte Weiß jedoch seufzend fest:

„Das wird kompliziert.“

Thorsten Müller nach dem 40ten Zug

Tatsächlich gelang es mir durch taktische Rechtfertigungen den dringend notwendigen Raum zu gewinnen und meine eigenen Freibauern in Bewegung zu setzen. Dann gewann ich gar Material und hatte nun ein Endspiel vor mir mit Turm, Springer und zwei Bauern gegen Turm und zwei Bauern. Aber in beiderseitiger Zeitnot gelang es mir nicht schnell genug, den Gewinnplan zu finden. Die Partie endete schließlich Remis durch Stellungswiederholung: Beide Seiten hatten nur noch 40 Sekunden auf der Uhr.

„Not gegen Elend.“

Thorsten Müller fasst die Partie zusammen

Laut Partieformular ist das die Endstellung. Aber über diese Stellung braucht man nicht zu diskutieren.

Verquere Eröffnung die Zweite: In der Kirchmöser-Variante zum Remis

In der Schlussrunde am Sonntagmorgen kam meine gerade erst total versemmelte Partie gegen Kirchmöser aufs Brett. Jedoch hatte ich meine Hausaufgaben gemacht und vermied also den Verlustzug in der Eröffnung. Dennoch sollte ich die Theorie wohl nochmals hinterfragen: Eine überzeugende Variante sieht für mich anders aus.

Am Ende der Eröffnung verpasste ich eine vielversprechende Gelegenheit und stand fortan schlechter. Erst viel später konnte ich mich endlich befreien und erhielt zugleich das Läuferpaar für einen Turm. Doch mein Gegner hatte Kompensation und bei seinem Remisangebot rechnete ich gründlich, bevor ich mich trotz Materialvorteil dazu entschied es anzunehmen.

Fazit

Platz 6 bei Brandenburgs bestbesetztem Schachturnier ist ein gutes Ergebnis. Mit 4 Punkten aus 7 Partien habe ich meine selbstgesetzten Ziele alle erreicht und die Ergebnisse aus Korbach und Magdeburg erneut bestätigt. Die DWZ-Leistung betrug ca. 2050 (+24 DWZ), ELO dürfte höher sein. Ich habe viele Erfahrungen gewonnen, auf denen ich zukünftig aufbauen kann.

Mein Dank gilt auch der Turnierleitung für die gute Organisation, Freds Frau für die wunderbare Essensversorgung und den anderen Teilnehmern, die sich ausnahmslos fair verhielten.

Alle Ergebnisse der Landeseinzelmeisterschaft

PDF mit Fotos und Zeitungsbericht beim LSBB

Mit der zweiten Auswärtsfahrt gelang der zweite Coup

Nach dem erfolgreichen Start gegen GW Niemegk durfte der Ludwigsfelder Schachclub am 20.10.2019 zum ESV Kirchmöser fahren. Der Weg führte uns in die Stadt Brandenburg. Bei unserer Ankunft und durch die Begrüßung am Spiellokal wandelte sich meine Vorfreude auf ein spannendes Match in ein Stück weit Realität: Der jahrelange Landesligist konnte nahezu in Bestbesetzung antreten. Unsere Hoffnung auf ein gutes Ergebnis schwand, zumal auch noch unserer Vereinssenior Roland Schmidt kurzfristig absagen musste.

Bessere Nerven beim Gastgeber

Der Wettkampf begann unspektualär. Am 8. Brett mussten wir leider viel zu schnell aufgeben. Dafür kamen schon frühzeitig Wolfgang Tilp und Kurt Rosenau zu einem kleinen Vorteil. Dies machte den Wettkampf für uns nur weiter spannender. Michel Zimmer konnte seine Partie mit einem weiteren Remis offen halten. Wolfgang Tilp schaffte durch seinen Sieg den zwischenzeitllichen Ausgleich.

Nach nunmehr fast 4 Stunden Spielzeit begann der zum Mannschaftswettkampf gehörende Nervenkitzel á la „Hitchcock“. Die besseren Nerven hatten zwei Gastgeber, wir lagen nun klar mit 2:4 zurück. Geld für den Münchner Stammtisch hatten wir zwar nicht, bange machen half nun auch nicht. Am 2. Brett geschah das notwendige Glück, wir konnten gewinnen. Auch Kurt spielte seinen Vorteil ruhig zum Sieg.

Somit endete der Wettkampf 4:4 und wir haben ein weiteres mal mit Teamgeist und Fortune einen Mannschaftspunkt erspielt.

Unsere 2. Mannschaft spielte beim FC Deetz

Zeitgleich spielte unsere 2. Mannschaft in der Regionalklasse West. Unsere mit Nachwuchsspielern besetzte Mannschaft schaffte durch Übungsleiter Ulrich Kruspe und Junior Hagen Kruspe zwei Remise. Die seit ca. zwei Jahren im Aufbau befindliche junge Mannschaft zahlte zumindest dem Ergebnis nach noch Lehrgeld.

Nächstes Saisonspiel am 17.11. im Waldhaus

Am 17.11. spielen unsere 1. & 2. Mannschaft im Waldhaus. Gäste und Zuschauer sind gerne willkommen.

René