Runde 8 wird verschoben

Die achte Runde der Regionalliga West wurde vom Landesschachbund Brandenburg verschoben. Wir spielen also an diesem Sonntag nicht gegen Nauen.

Für die neunte Runde gibt es zwar noch keine definitive Absage, aber es scheint schwer vorstellbar, dass diese in zwei Wochen stattfinden wird. Ich persönlich würde stark davon ausgehen, dass auch diese Runde neu terminiert wird und am 29.03. nicht stattfinden wird.

Die neuen Termine sind wie folgt:

  • Runde 8: 19.04.2020
  • Runde 9: 10.05.2020

Ob der Nachholtermin am 19.04. tatsächlich stattfinden kann, sei mal dahingestellt – soweit aber zunächst die Informationen vom LSBB.

In jedem Fall wünschen wir allen Mannschaften der Regionalliga, überhaupt allen Schachspielern und allen Menschen auf dieser Welt, dass sie vom Coronavirus verschont werden und gesund bleiben!

Euer Ludwigsfelder Schachclub 54 e.V.

Ludwigsfelde verliert gegen PSV IV

In der 7. Runde der Regionalliga kam die 4. Mannschaft vom Potsdamer Schachverein Mitte nach Ludwigsfelde. Nach unserem Erfolg in Brandenburg hofften wir natürlich auf ein möglichst gutes Ergebnis. Aber auch wenn wir in der Tabelle zunächst vor den Gästen waren, brauchten wir dafür wieder einen guten Tag, da die Potsdamer ein Stück weit ausgeglichener aufgestellt sind.

Wie mittlerweile in dieser Saison zur Tradition geworden, konnten unsere Gäste in nahezu Bestbesetzung antreten. Damit sollten vor allem unseren beiden Senioren Wolfgang und Ralf schwere Partien bevorstehen.

Risikofreier Auftakt

Nach knapp einer Stunde einigte sich René mit seinem Gegner bei zweifacher Stellungswiederholung auf ein Remis: Beide wollten kein Risiko eingehen. Bald darauf nahm Frank in merklich unwohler Stellung das Remisangebot seines Gegners an. Beim Stand von 1:1 war der Wettkampf somit noch völlig offen.

Beim kiebitzen über die anderen 6 Brettern fielen die guten Stellungen bei Rafael, Kurt und Ralf auf. Bei Reiko und Michel war die Waage ausgeglichen, nur Wolfgang kam ein wenig in Bedrängnis.

Einschlag aus dem Nichts

Doch nun schlugen die Potsdamer wie aus heiterem Himmel zu! Kurt, unser Topscorer, verlor einen Bauer und den roten Faden. Alle Bemühungen, das Blatt noch einmal zu wenden, wurden von seinem Gegner pariert. Er veropferte sich: Kurz darauf lagen wir nach fast drei Stunden erstmals zurück.

Unglücklich verdarb nun auch Ralf seine bis dahin wunderschöne Angriffspartie zusehends, so dass aus einem erhofften Gewinn die zweite Niederlage an diesem Tag wurde. Kurz vor der Zeitkontrolle lagen wir also jetzt mit 1:3 zurück. Das war zwar prinzipiell noch aufholbar – doch dafür musste uns nun auch mal ein Erfolg gelingen!

Die finale Zeitnotphase

Doch leider kam es anders. Kurz vor der Zeitkontrolle vollzog sich an Reikos und Wolfgangs Brettern die Vorentscheidung. Reiko, der bis dahin gut stand, übersah ein taktisches Manöver und kam in entscheidenden materiellen Nachteil. An Brett 7 stemmte sich Wolfgang bereits seit knapp zwei Stunden gegen die drohende Niederlage, doch nun verlor er seine Partie durch Zeitüberschreitung. Plötzlich lagen wir mit 1:4 zurück und konnten selbst im besten Fall nur noch ein 4:4 erreichen, jedoch stand Reiko inzwischen auf Verlust.

Rafael spielte seine Partie solide weiter, bewies mehr Spielverständnis in einem strategisch und taktischen Spiel und hatte nach der Zeitkontrolle ein verwertbares Endspiel erreicht. Er spielte seine Partie durch und gewann als einziger Ludwigsfelder am heutigen Tage.

Aufholjagd fällt aus

Michel versuchte bereits seit fast 40 Zügen einen Vorteil zu erlangen, was seine gleichfalls routinierte Gegnerin jedoch nicht zuließ. Nachdem inzwischen jedem klar war, dass heute kein Mannschaftspunkt zu holen war, akzeptierte Michel das Remis.

Damit war nun auch praktisch unsere Niederlage besiegelt. Reikos Gegner benötigte zwar noch fast die gesamte Bedenkzeit, um seinen Vorteil sicher umzusetzen, doch die Stellung war leider sehr eindeutig, sodass auch Reiko schließlich die Segel streichen musste.

Fazit und Ausblick

Somit haben wir mit 2,5:5,5 Punkten verloren. In der Tabelle sind wir auf Platz 5 gerutscht. In 14 Tagen spielen wir auswärts gegen den Tabellennachbarn aus Nauen und könnten durch einen Sieg den Platz in der oberen Tabellenhälfte verteidigen.

René

Thilo gewinnt in Neubrandenburg

Auch in diesem Jahr war das alljährliche Eintracht-Open in Neubrandenburg wieder ein fester Bestandteil meines Turnierkalenders. In diesem Jahr war Thilo mit von der Partie. Nach seinen enormen Fortschritten in letzter Zeit, u.a. beim 7. Weihnachtsturnier, dem 4. Platz beim Neujahrsblitz und seinen Remisen in der Regionalklasse gegen DWZ 1500 und 1450, waren wir uns schon im Vorfeld einig, dass er in der C-Gruppe prinzipiell jeden Gegner schlagen kann. Aber zu diesem Zeitpunkt war das noch nur eine vage Hoffnung.

„Kein Leistungsdruck!“

Ein nicht sehr hilfreicher Kommentar auf der Hinfahrt.

Trotz dass uns das Navi einen anderen Weg geschickt hat als geplant, kamen wir insgesamt ganz gut durch. Man sieht eben jedes Jahr etwas Neues.

Ein kurzer erster Abend

Fast pünktlich wurde kurz nach 19 Uhr die Auslosung bekannt gegeben und das Turnier begann.

Thilo war leider sehr schnell fertig. Er hatte spielfrei bekommen, weil er noch keine DWZ hatte und so weit hinten im Alphabet steht – deshalb war er in der C-Gruppe als Letztplatzierter gesetzt.

Ich hatte Weiß und einen Jugendlichen aus Greifswald mit 1702 DWZ. Mein Gegner opferte früh einen Bauer, wodurch ein sehr taktisch geprägtes Spiel entstand, bei dem ich letztlich den besseren Blick hatte (oder auch einfach nur das Glück, dass alles irgendwie aufzugehen schien).

In diesem unausgeglichenen Endspiel patzte mein Gegner und zog 34…c5?, wonach der weiße Springer mit Tempo zu den schwachen Bauern am Königsflügel gelangt. In der Partie gelang es mir, diese verlustfrei abzutragen, sodass die Mehrfigur dann entscheidend zur Umwandlung beitrug.

Starke Gegner am nächsten Morgen

Für mich ging es in der zweiten Runde gegen den Zweiten der Setzrangliste, während Thilo in seiner Gruppe ebenfalls gegen ein Schwergewicht ran musste, nämlich gegen die Nummer Drei mit über 1200 DWZ.

Bei meiner Partie war ich einfach blind. Ich habe die ganzen guten Züge nicht gefunden und bin dadurch in unnötige Schwierigkeiten geraten. Ein Qualitätsopfer brachte meinem Gegner dann entscheidenden Vorteil, den ich nicht mehr ausgleichen konnte.

Zwischendurch hatte ich schon bei Thilo geguckt und fand, dass es ein gutes Zeichen war, wenn er einen Mehrbauer hat und sein Gegner ungläubig den Kopf schüttelt. Thilo machte es dann jedoch nochmal spannend, als er in herausgespielter Gewinnstellung einen Turm hängenließ. In herber Zeitnot griff sein Gegner kurz darauf ebenfalls fehl, stellte die Dame ein und gab auf. Thilo gewann – es war zwar am Ende Glück dabei, aber er hatte die längste Zeit die bessere Stellung und auch besser gespielt. Somit war der Punkt durchaus verdient.

Ungenutzte Gewinnstellungen am Abend

Während Thilo in seiner Gruppe von nun an am ersten Brett gegen den Setzlistenersten knobeln durfte, gelang es mir, gegen einen gemütlichen älteren Herren meine Stellung zusehends zu verbessern und Vorteile herauszuspielen. Eine erste Mattmöglichkeit habe ich völlig übersehen, aber auch so hatte ich eine starke Gewinnidee, indem ich meinen c-Bauern mit Tempogewinn bis auf die 6. Reihe vorschob.

In dieser Stellung gibt es nicht viele Möglichkeiten zu verlieren – aber 28.Td7?? ist definitiv eine. Stattdessen gewinnt das einfache 28.g3, weil Schwarz überhaupt keine sinnvollen Züge mehr hat.

Nach dieser ungemein ärgerlichen Niederlage stellte sich heraus, dass auch Thilo eine Gewinnstellung nicht genutzt hatte. In einem Bauernendspiel mit Mehrbauer akzeptierte er das Remisangebot des Setzlistenersten. Man kann halt noch nicht jedes Thema ausgiebig behandeln, aber ich denke mal, wir setzen uns künftig trotzdem dran. Dennoch hat er aus seiner Gewinnstellung mehr gemacht als ich!

Anschließend gingen wir in den „Mudder-Schulten-Stuben“ etwas essen, weil das „Wiekhaus 45“ geschlossen hatte – bei Mudder Schulten vermutete man, wegen Reichtum. Während ich wie immer meinen Mecklenburgischen Pflaumenbraten wählte, bestellte Thilo zu später Stunde ein Bauernfrühstück. Ja, ja, die Jugend ^^

Thilos großer Tag

Vielleicht wäre das Bauernfrühstück aber die bessere Wahl gewesen, denn die Ergebnisse am nächsten Tag sprachen für sich.

Rafael bei der fünften Partie am Karnevalssonntag.

Während ich oben in der A-Gruppe nach dem vierten Zug bereits ans Aufgeben dachte, spielte Thilo unten wieder an Brett 1 gegen einen anderen Jugendlichen, der bisher alles gewonnen hatte und einen starken Eindruck hinterlassen hatte.

Ich setzte zügig noch ein paar Figuren, aber da war nichts mehr zu machen. Als dann Matt in 10 (oder so) auf dem Brett war, gab ich auf und rauschte neugierig ab in den anderen Spielsaal, wo Thilo ein wenig überrascht war, mich bereits bei seinem zehnten Zug zu sehen. Thilo hatte schon wieder einen gesunden Mehrbauern und dazu einen guten Stellungsvorteil.

Aber er war irre nervös, schon wegen der Situation an sich, aber auch weil sein Gegner mit Begleitung da war, die immer wieder am Brett stand. So hatte mein frühes Aus letztlich auch etwas Gutes, denn Thilo spielte fortan mit meinem Käppi und konnte seine Umgebung damit ausblenden.

Die Partie von ihm war wirklich gut, er hat fast alles gesehen und konsequent gespielt. Für eine taktische Finesse hat ihm lediglich ein einziger Zug gefehlt, den weder sein Gegner noch dessen Trainer auf dem Schirm hatte. Aber kurze Zeit später konnte er trotzdem abwickeln, weil er zurecht seine beiden weit vorgerückten Freibauern stärker einschätzte als den gegnerischen Turm!

Der entscheidende Moment

In der letzten Runde bekam ich nochmal eine Chance, mein Ergebnis zu verbessern. Mein Gegner spielte den Skandinavier ungenau und ließ einen wuchtig aussehenden Angriff zu, den ich wahrscheinlich falsch gespielt habe. Bestimmt wäre irgendwo mehr drin gewesen, aber ich hatte es nicht gesehen. War aber nicht schlimm – als ein vermutlich nicht mehr zu verwertendes Schwerfigurenendspiel auf dem Brett war, akzeptierte ich das Remisgebot des Gegners und holte somit „nur“ den halben Punkt.

Thilo hatte seiner Gegnerin unnötig Chancen gelassen und nacheinander seine Mehrbauern eingestellt. Dann aber bekam er eine Stellung aufs Brett, die wir genau so schon im Training behandelt hatten, und holte aus der Philidor-Stellung heraus den vollen Punkt!

Nach der Turmfesselung erhält Thilo die Opposition und kann den Bauern umwandeln.

Mit 4,5 Punkten stand Thilo somit als Sieger in der C-Gruppe fest, einen halben Punkt vor seinen Konkurrenten und auch mit besserer Buchholzwertung.

Siegerehrung

Es ist total beeindruckend, was Thilo in seinem ersten Schachjahr bereits geschafft hat. Bei ihm zeigt sich sehr, dass Motivation und Ehrgeiz die wichtigsten Eigenschaften sind, um nach oben zu kommen. Das, gepaart mit guter Eigeninitiative und weiterem Intensivtraining, wird ihm noch viele schöne Partien bescheren.

Für ihn war das sicherlich ebenso ein besonderes Erlebnis. Gefühlt hat nach der dritten Runde die Hälfte der Teilnehmer (und Betreuer) mit ihm mitgefiebert und ihm die Daumen gedrückt, schließlich war er nominell der totale Underdog mit der tiefsten Startnummer. Jetzt hat er bei seinem zweiten DWZ-Turnier gleich gewonnen und darüber hinaus eine Erst-DWZ von 1436 erhalten, was ungewöhnlich hoch ist.

Thilo, nächste Saison erwarte ich dich in der Regionalliga 🙂

Fazit

Nächstes Jahr findet das Turnier erneut vom 19.02.-21.02. statt. Vielleicht gelingt es dann ja, noch den ein oder anderen weiteren Mitspieler zur Teilnahme zu überreden. Mit zwei Pokalen aus vier Teilnahmen ist die Ludwigsfelder Quote bisher ganz gut – und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Turnier als Motivationshappen taugt!

LSC I besiegt Lok Brandenburg II

Nach der Heimniederlage gegen den SV Marzahna fuhren wir am 09.02.2020 nach Brandenburg, um dort gegen die 2. Mannschaft von Lok Brandenburg zu spielen.

Diesmal waren alle Stammspieler dabei, sodass wir optimistisch waren einen weiteren Sieg erringen zu können.

Solider Einstieg

Nach etwa einer Stunde Spielzeit waren alle gut aus der Eröffnung gekommen. Kurt hatte einen Bauer gewonnen, Frank und Reiko konnten angenehme Angriffsversuche unternehmen und hatten ihre Gegner im Griff.

Nach fast zwei Stunden hatte Frank seinen Gegner besiegt, Kurt erreichte ein Remis, Wolfgang eroberte einen Bauer, auch René hatte mindestens zwischenzeitlich einen Bauer mehr. Michel hatte sich Raumvorteil erspielt, Rafael eine zweischneidige Partie mit beiderseitigen Chancen und Ralfs Partie war ausgeglichen. Somit sah alles gut aus.

Schockmomente

Im weiteren Verlauf verlor Renés Gegner den roten Faden und musste weiteren Materialverlust hinnehmen, der dann auch zum zweiten Ludwigsfelder Sieg führte. Für uns alle überraschend musste Rafael seine Partie aufgeben. Das Aufbäumen der Brandenburger währte zu unserem Glück nicht allzu lang: Reiko erspielte sich Materialvorteil, den er routiniert in einen sicheren Punkt umsetzte. Nun hatten wir schon 3,5 Punkte und waren dem Sieg nahe.

Doch dann kommt mit einem Mal viel Spannung in den Wettkampf. Ralfs Gegner kontrollierte die Partie und dann lässt Wolfgang den klaren Vorteil aus. Wolfgang war so geschockt, dass er gleich noch eine Figur einstellte. Nun wurde es langsam eng…

Vergesslichkeit hilft dem LSC

Doch Michel drückte zu diesem Zeitpunkt seinen Gegner weiter nach hinten, so dass ihm langsam die Züge ausgingen, und diesmal hatte „Fortuna“ ein Einsehen mit uns! In einer schwierigen Stellung für Ralf vergaß sein Gegner die Bedenkzeitregel. Ralf gewann durch Zeitüberschreitung, Glück für uns! Somit hatten wir die benötigten 4,5 Brettpunkte und damit den 3. Mannschaftssieg errungen. Wolfgang konnte durch Ungenauigkeiten seines Gegner noch ca. 20 Züge kämpfen, am Ende gab er seine Partie trotzdem auf – das spielte aber schon keine Rolle mehr.

Michel spielte seine Partie clever weiter, errang Materialvorteil und auch den verdienten Sieg.

Ausblick und Einladung

Nach 6 Runden haben wir nun den 4. Platz erreicht, den es am 01.03. beim Duell gegen die 4. Mannschaft vom Potsdamer SV Mitte zu verteidigen gilt. Wer Interesse hat, ist ab 10:00 Uhr im Säulensaal des Waldhauses gern gesehen. Zeitgleich spielt unsere Nachwuchsmannschaft gegen den TSV Neuruppin.

René Schilling