Die Kreiseinzelmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen

Gymnasium Luckenwalde erlebte spannende Kreiseinzelmeisterschaften

Am 02. November ermittelte der Nachwuchs aus dem Kreis Teltow-Fläming seine neuen Meister im Schach. Es nahmen 28 Schachspielerinnen und –spieler in den Altersklassen U8 – U18 teil.

Der Ludwigsfelder Schachclub entsandte 9 Schachspieler aus der Trainingsgruppe unseres Übungsleiters Ulrich Krupse. Aus dem Zossener Hort „Am Wasserturm“, die von Jörg Schwarze mittrainiert werden, nahmen 3 Kinder teil. Die weiteren Nachwuchsspieler kamen aus den Schach-AGs in Jüterbog und Luckenwalde.

Auf die traditionelle Begrüßung durch unseren Kreisvorsitzenden Fred Metzdorf mussten die Teilnehmer diesmal verzichten. Fred war bei der zeitgleich stattfindenden Landeseinzelmeisterschaft in Trebbin Gastgeber und Schiedsrichter. Vielleicht schafft ja eines der Nachwuchstalente den Weg bis dorthin. Ein Kreismeistertitel in seiner Altersklasse ist jedenfalls ein sehr guter Anfang!

Nach einer kurzen Begrüßung des stellvertretenen Kreisvorsitzenden Jörg Schwarze sowie des Turnierleiters René Schilling konnte der Wettkampf beginnen.

Der nun in mehrere Altersklassen geteilte Wettkampf dauerte bis zu 7 Runden.

Altersklasse U8

In der Altersklasse U8 spielten 4 Jungen und ein Mädchen ein 5-rundiges Turnier. Der Hort „Am Wasserturm“ war mit 3 Kindern am Zahlreichsten vertreten.

Janek konnte 3,5 Punkten erspielen und gewann den Titel. Den 2. Platz erreichte Benjamin mit 3 Punkten. Beide kommen aus dem Hort „Am Wasserturm“ in Zossen. Den 3. Platz erreichte Nils mit 1,5 Punkten. Maike erkämpfte 1 Punkt und wurde Kreismeisterin. Die gleiche Punktzahl erreichte auch der jüngste Teilnehmer, Marlon, mit seinen 6 Jahren.

Pl. Name Punkte
1. Janek 3,5
2. Benjamin 3
3. Nils 1,5
4. Maike, Marlon 1

Altersklasse U10

In der Altersklasse U10 nahmen 1 Mädchen und 8 Jungen den ebenfalls 5-rundigen Wettkampf auf. Der LSC nahm hier mit 4 Spielern teil. Alle 4 Ludwigsfelder Spieler wollten einen Medailienplatz, immerhin hatten sie schon Wettkampferfahrung aus der Kreismannschaftsmeisterschaft und Einzelturnieren wie z.B. dem Ludwigsfelder Herbst.

Diesen Vorteil konnten sie auch ausspielen. Die vorentscheidende Partie zwischen Lennard und Balthasar entschied Lennard für sich und war danach auch nicht mehr von seiner Siegestour abzubringen. Mit 5 Siegen und 100% holte er sich den Kreismeistertitel. Balthasar konnte die 4 anderen Partien für sich entscheiden und ist somit Vizemeister. Beim 3. Platz, für den man 3 Punkte brauchte, gab es 3 punktgleiche Spieler. Hier hatte Niklas, der nur gegen Lennard und Balthasar verlor, die beste Wertung. Kreismeisterin wurde Matilda. Dass die Gruppe insgesamt sehr spannend war zeigte sich auch dadurch, dass Tamino, Maximilian und Julian jeweils 2 Punkte erreichten.

Pl. Name Punkte
1. Lennard 5
2. Balthasar 4
3. Niklas 3
4. Tristan, Lucas 3
6. Tamino, Maximilian, Julian 2
9. Matilda 1

Altersklasse U12

In der Altersklasse U12, die 7 Runden spielte, dominierte Luca von Beginn an. Er legte mit einer Siegesserie los, die erst in der Finalrunde durch ein Remis beendet wurde. Den 2. Platz erreichte Fabian mit 4,5 Punkten, der Luca das einzige Remis abringen konnte. Yannis verlor zwar auch gegen Luca, musste aber auch gegen Anton eine Niederlage einstecken, so dass sein Sieg gegen Fabian nicht mehr zum 2. Platz ausreichte. Auf den etwas undankbaren 4. Platz kam mit 3 Siegen Anton. Felix kam im Dreikampf mit Tim und Paul auf 2 Punkte, Tim und Paul auf jeweils einen Sieg.

Pl. Name Punkte
1. Luca 5,5
2. Fabian 4,5
3. Yannis 4
4. Anton 3
5. Felix 2
6. Tim, Paul 1

Altersklasse U14

„Wir wollen spannende Wettkämpfe sehen.“

René bei der Begrüßung

Die Altersklasse U14 nahm die Begrüßungsworte des Turnierleiters buchstäblich wörtlich. Nach 3 aufregenden Runden hatte Pitt 3 Siege auf seinem Konto. Damit ist er verdienter Kreismeister. Seine drei Kontrahenten waren sich aber über die Reihenfolge um die weiteren Plätze nicht einig: Mit jeweils einem Sieg und den entsprechenden Niederlagen waren sie punkt- und zweitwertungsgleich.

Aus dem bisherigen Vierkampf wurde somit ein mit verkürzter Bedenkzeit stattfindender Dreikampf um die weiteren Platzierungen. Hier hatte Thilo das bessere Ende für sich und sicherte sich den Vizemeistertitel. Maximilian besiegte Jonas und kam auf den 3. Platz.

Pl. Name Punkte
1. Pitt 3
2. Thilo 1
3. Maximilian 1
4. Jonas 1

Thilo erreichte 2 Punkte im Blitz, Maximilian 1 Punkt.

Altersklasse U16 – U18

Diese beiden Altersklassen wurden zusammengelegt. Die nur 3 Teilnehmer bekamen vom Turnierleiter eine Uhr, um somit mit mehr Bedenkzeit ihre schon über Jahre erworbenen Kenntnisse besser abrufen zu können. So sah es auch in den einzelnen Partien aus. Aus Ludwigsfelde war Hagen Kruspe vertreten und konnte sich mit den beiden älteren Luckenwalder Schachfreunde messen. Nach den 3 Runden verbuchte er 1,5 Punkte und gewann somit den Wettkampf – den Titel in der Altersklasse U16 inbegriffen.

Pl. Name Punkte
1. Hagen 1,5

Fazit

Das Fazit aus der diesjährigen KEM für den Ludwigsfelder SC sieht überaus positiv aus. In den angetretenen Altersklassen U10, U12 und U14 konnten unsere Nachwuchsspieler gewinnen. Zusätzlich den 2. Platz erreichten unsere Spieler in der U10 und U14, 3. Plätze auch in der U10 und U12.

Meinen Glückwunsch an die Spieler für ihre tollen Erfolge, an ihren Übungsleiter Ulrich Kruspe und an die Eltern.

Ingesamt nahmen 28 Kinder und Jugendliche teil.

Sieger wurden:

  • U8w: Mönnich,Maike (Lindenschule Jüterbog)
  • U8: Engel,Jannik (Hort „Am Wasserturm“ Zossen)
  • U10w: Harsanyi,Matilda (Jüterbog)
  • U10: Zimmer,Lennard (Ludwigsfelder SC 54)
  • U12: Lancallotta,Luca (Ludwigsfelder SC 54)
  • U14: Lemann,Pitt (Jüterbog)
  • U16: Kruspe,Hagen (Ludwigsfelder SC 54)
  • U18: Duinnov,Max (Go7 Luckenwalde)

Außerdem einen Dank an das Gymnasium Luckenwalde und besonders an Herrn Rudloff für die seit vielen Jahren hervorragenden Turnierbedingungen, sowie an den Kreisschachverband Teltow-Fläming, der bei diesem Turnier alljährlich den Turnierleiter und den Schiedsrichter stellt.

René

René bei der Landesblitzeinzelmeisterschaft

Am 27.10. fand in der Zeppelin-Grundschule, Heimstätte des PSV Potsdam, die Landesblitzeinzelmeisterschaft statt. Nach einem Jahr Pause versuchte ich mich mit den Besten des Landes wieder zu messen. Es nahmen 2 Teilnehmerinnen und 19 Teilnehmer an dieser Meisterschaft im Rundensystem teil.

Von Beginn an wurde sportlich hart um den Titel gekämpft. Meine Chancen waren natürlich begrenzt, das habe ich in den Partien erlebt und man kann dies auch an den Ergebnissen abgelesen. Mit 3 Siegen und 2 Remisen kam ich auf 4 Punkte und bin damit auch zufrieden.

Landesmeister wurde Jann-Christian Tiarks mit 17,5 und Landesmeisterin Heike Germann mit 3 Punkten.

Ein Dank an den Turnierleiter Wolfgang Fischer und an Michael Fuhr vom Ausrichter für die gewohnte Pausenversorgung.

René Schilling

Platz 6 bei der Landeseinzelmeisterschaft

Vom 31.10.2019 bis einschließlich 03.11.2019 hatte ich die Ehre, den Kreisschachverband Teltow-Fläming bei der diesjährigen Landeseinzelmeisterschaft des Landes Brandenburg zu vertreten. Daher möchte ich diesem zunächst einen ganz großen Dank für die Nominierung aussprechen. Es bedeutet mir sehr viel, mich mit den Besten des Landes messen zu können und dahingehend das Vertrauen des Kreises bekommen zu haben.

Wenige Teilnehmer auch in diesem Jahr

Insgesamt 14 Spieler nahmen in diesem Jahr teil. Sicherlich hatte auch das zeitgleich stattfindende Turnier in Falkensee Anteil an der geringen Teilnehmerzahl, aber dennoch: Die LEM ist in Brandenburg das bestbesetzte Einzelturnier des Landes und nominell auch das Wichtigste. Vor diesem Hintergrund ist mir persönlich nicht klar, warum sich nur so wenige ambitionierte Schachspieler bemühen daran teilzunehmen. Dass man im Zweifel über einen Freiplatzantrag gute Chancen hat mitzuspielen, ist schließlich auch nicht neu.

Im nächsten Jahr wird die LEM aufgrund von Terminschwierigkeiten leider in das Potsdamer Sommeropen integriert sein. Übernächstes Jahr soll sie allerdings wieder eigenständig stattfinden und es bleibt zu hoffen, dass dies dann auch zukünftig gelingt. So viele Top-Turniere gibt es in Brandenburg schließlich nicht.

Duell mit Aaron Matthes

In der ersten Partie kam es gleich zum Duell mit Aaron Matthes, der in Lichtenrade ein beeindruckendes Turnier gespielt hat und dieses mit einem Remis gegen einen Großmeister sowie dem zweiten Platz krönen konnte.

Frühmorgens entschied ich mich dafür eine Partie aus dem vergangenen Jahr nachzuspielen, in der ich damals mit Weiß gewinnen konnte. Diese Art der Vorbereitung war vielleicht nicht die allerbeste Idee. Denn diesmal spielte ich mit den schwarzen Steinen und wie schon 2018 gewann Weiß die Partie. Nächstes mal sollte ich wohl etwas Solideres spielen…

Schwierige Nachmittagspartie

In der zweiten Partie bekam ich dann mit Volkmar Berger einen 1500er. Ich erhielt eine typische Position gegen den isolierten Damenbauern, aber ich verpasste die Gelegenheit, seinen starken Läufer abzutauschen. Die Stellung war anschließend ausgeglichen und vielleicht sogar etwas besser für ihn, wenn ich etwas riskierte.

„Wegen mir können wir Remis machen, aber du willst ja bestimmt gewinnen.“

Volkmar Berger

Aber Zukunftsrafael würde mit sich hadern und damit nicht zufrieden sein. Ich hatte noch mehr als genug Zeit auf der Uhr und ging davon aus, dass ich keinen groben Patzer machen werde. Somit wollte ich das Endspiel sehen.

Kurz darauf gab er freiwillig seinen guten Läufer, es kam zum Damentausch und kurz darauf fiel alles zusammen. Zum Schluss ließ er sich gar den Läufer an den Turm fesseln. Damit war die Partie gewonnen. Aber leicht war es mal wieder nicht – und ein erneuter Beweis dafür, dass Kämpfen sich lohnt!

Ein Punkt für die Figurenaktivität

Am nächsten Morgen hieß mein Gegner Hans-Rainer Urban von der SG Lok Brandenburg. In der Eröffnung gewann ich einen Zentrumsbauern, aber mein Gegner entwickelte Gegenspiel. Spontan entschied ich, dass ich solche Stellungen gerne spielte. Es gelang mir mich zu verteidigen und meine Figuren gut zu stellen, während Schwarz gleichzeitig seine Läufer auf die Grundreihe zurückentwickelte.

Nun erzwang ich den Damentausch. Allgemein gilt das Läuferpaar zwar dem Springerpaar im Endspiel überlegen, aber alle meine Figuren standen deutlich aktiver und der gedeckte Freibauer war ein ganz entscheidender Faktor. Der Bauer drohte durchzulaufen und Schwarz musste Material geben: Sieg für mich.

Verquere Eröffnung die Erste: Bin ich Weiß oder Schwarz?

Die Nachmittagspartie des zweiten Tages entwickelte sich zunächst günstig für mich. Weiß brachte das Kunststück fertig, die schwarze Seite einer bekannten Eröffnung zu spielen, allerdings mit Minustempo und dann auch noch eine schlechte Variante davon.

Aber auch ich kannte mich nicht besonders gut aus. Der logische Plan kostete viel Zeit und ermöglichte letztlich Gegenspiel, doch meine Figuren waren erneut aktiver und konnten rechtzeitig in die gegnerische Stellung eindringen.

Entschieden wurde die Partie dann durch ein Damenmanöver mit der Pointe, dass ich die zwei Türme für die Dame (und einen Bauern) gab und meine Dame nun in Kombination mit dem verbliebenen Läufer aufgrund der Felderschwächen in der Lage war mattzusetzen oder entscheidend Material zu gewinnen. Mangels Alternativen wurde es Matt: 3 Punkte aus 4 Partien.

Der IM wartet schon

Das bedeutete, dass ich in Runde 5 gegen IM Ralf Schöne spielen durfte.

Es entstand eine Partie mit entgegengesetzten Rochaden und somit Angriffschancen für beide Seiten. Ich verbesserte meine Stellung stetig und erhielt Vorteil. Dann aber war ich zu gierig: Das Schlagen einer Figur war im Rückblick zu risikoreich und auch nicht notwendig. Stattdessen hätte ich meinen Angriff einfach fortsetzen können mit guten Aussichten und starker Initiative. Schwarz hatte nichts.

So wie gespielt bekam hingegen Schwarz den verheerenden Angriff, welcher letztendlich in einer Niederlage für mich endete. Jedoch: Den nächsten IM knacke ich…

Bis zur letzten Minute

In Runde 6 kam eine Variante aufs Brett, die ich in der Praxis nur sehr selten sehe. Die Partie entwickelte sich zu einem beidseitigen Patzerfest. Aber erst nach der Zeitkontrolle stand ich sichtbar schlechter. Richtigerweise stellte Weiß jedoch seufzend fest:

„Das wird kompliziert.“

Thorsten Müller nach dem 40ten Zug

Tatsächlich gelang es mir durch taktische Rechtfertigungen den dringend notwendigen Raum zu gewinnen und meine eigenen Freibauern in Bewegung zu setzen. Dann gewann ich gar Material und hatte nun ein Endspiel vor mir mit Turm, Springer und zwei Bauern gegen Turm und zwei Bauern. Aber in beiderseitiger Zeitnot gelang es mir nicht schnell genug, den Gewinnplan zu finden. Die Partie endete schließlich Remis durch Stellungswiederholung: Beide Seiten hatten nur noch 40 Sekunden auf der Uhr.

„Not gegen Elend.“

Thorsten Müller fasst die Partie zusammen

Laut Partieformular ist das die Endstellung. Aber über diese Stellung braucht man nicht zu diskutieren.

Verquere Eröffnung die Zweite: In der Kirchmöser-Variante zum Remis

In der Schlussrunde am Sonntagmorgen kam meine gerade erst total versemmelte Partie gegen Kirchmöser aufs Brett. Jedoch hatte ich meine Hausaufgaben gemacht und vermied also den Verlustzug in der Eröffnung. Dennoch sollte ich die Theorie wohl nochmals hinterfragen: Eine überzeugende Variante sieht für mich anders aus.

Am Ende der Eröffnung verpasste ich eine vielversprechende Gelegenheit und stand fortan schlechter. Erst viel später konnte ich mich endlich befreien und erhielt zugleich das Läuferpaar für einen Turm. Doch mein Gegner hatte Kompensation und bei seinem Remisangebot rechnete ich gründlich, bevor ich mich trotz Materialvorteil dazu entschied es anzunehmen.

Fazit

Platz 6 bei Brandenburgs bestbesetztem Schachturnier ist ein gutes Ergebnis. Mit 4 Punkten aus 7 Partien habe ich meine selbstgesetzten Ziele alle erreicht und die Ergebnisse aus Korbach und Magdeburg erneut bestätigt. Die DWZ-Leistung betrug ca. 2050 (+24 DWZ), ELO dürfte höher sein. Ich habe viele Erfahrungen gewonnen, auf denen ich zukünftig aufbauen kann.

Mein Dank gilt auch der Turnierleitung für die gute Organisation, Freds Frau für die wunderbare Essensversorgung und den anderen Teilnehmern, die sich ausnahmslos fair verhielten.

Alle Ergebnisse der Landeseinzelmeisterschaft

PDF mit Fotos und Zeitungsbericht beim LSBB

Rafael gewinnt auch in Magdeburg

Genau eine Woche nach dem grandiosen Turnier in Korbach wurde vom 10.10.2019 bis zum 13.10.2019 das 27. Magdeburger Open 2019 ausgetragen.

Da vom Turniermodus her ähnliche Bedingungen geboten wurden wie in Korbach, nutzte ich auch in diesem Jahr die Chance gleich im Anschluss das nächste stark besetzte Turnier mitzuspielen. Diesmal ohne besondere Ambitionen: Denn so ein starkes Turnier wie in Korbach spielt man nur einmal im Jahr. Aber natürlich wollte ich die Leistung nach Möglichkeit bestätigen.

Besondere Turnierbedingungen

Anders als bei Turnieren im Schweizer System normalerweise üblich zählte in Magdeburg die Turnierleistung als einzige Zweitwertung anstelle der Buchholzpunkte. Auf mich persönlich wirkt das fairer, ist es doch eine direktere Aussage über die Stärke der Gegner als die indirekte Wertung über Buchholz und Buchholzsumme. Nur mit dem „Bye“, das in den ersten vier Runden genommen werden durfte, harmoniert das nicht so ganz.

Ein Verbesserungsvorschlag wäre, dass man für jeden Spieler ausgehend von der selben DWZ einen hypothetischen DWZ-Gewinn (oder Verlust) berechnet und diesen als Wertung heranzieht. Dann spielt nämlich auch die Anzahl der tatsächlich gespielten Partien eine Rolle und der Zweitwertungsvorteil durch ein strategisches „Bye“ entfällt.

Gute Organisation des Turniers

Die Organisatoren des 27. Magdeburger Opens haben sich alle denkbare Mühe gegeben und das Turnier blitzsauber über die Bühne gebracht. Auch das Verpflegungsangebot war top und wurde dankend in Anspruch genommen.

Mit dem Hegel-Gymnasium hat man einen gut gelegenen und gut ausgestatteten Austragungsort für das Magdeburger Open. Platz ist hier mehr als genug und auch die sanitären Einrichtungen sind sauber und in ausreichender Zahl vorhanden: Keineswegs selbstverständlich! Einzig die Lautstärke war ein Problem. In der Aula der Schule, wo die Partien stattfanden, war es durchgehend laut. Ich kannte das schon aus dem letzten Jahr und habe deswegen Ohrenstöpsel mitgebracht – damit ging es. Mir wurde aber später gesagt, dass ich deswegen das ein oder andere Remisangebot überhört habe.

Ausgleichssport nach den Partien war anders als die Woche zuvor in Korbach diesmal nicht so recht möglich. Die Innenstadt von Magdeburg lädt einfach nicht dazu ein. Daher blieb mir nichts anders übrig als mich zunächst auf die Partien zu konzentrieren.

Weitergemacht wo aufgehört

Noch „Voll im Fokus“ und ohne spezielle Vorbereitung machte ich also einfach da weiter wo ich in Korbach aufgehört hatte.

Mein erster Gegner hatte gleich mal über 2100 TWZ. Es kam eine Variante aufs Brett, die ich gerade erst letzte Woche gespielt hatte. Mein Gegner zog schnell und gab sich beste Mühe zu behaupten, dass er Bescheid wüsste. Aber – nein. Er hatte keine Ahnung. Er wählte dann einen Plan, der strategisch gewiss zweifelhaft ist und ich bemühte mich um Aktivität. In den entstandenen Komplikationen verlor er die Übersicht, patzte – und dann war es plötzlich Matt in vier.

Ein nicht ganz klares Damenendspiel

In der zweiten Partie geriet ich in die passivere Stellung, konnte aber in ein ausgeglichenes Endspiel abwickeln. Im 40ten Zug musste ich mich dann schnell entscheiden und wählte das falsche Feld für meinen Springer – mein Gegner stand kurzzeitig auf Gewinn, sah aber seine Chance nicht und zog ebenfalls fehl. Kurz darauf patzte er. Froh, der Gefahr entronnen zu sein, bot ich Remis, das er nicht ablehnen konnte.

Die Endstellung ist nicht ganz einfach zu bewerten. Mein Gegner war nach der Partie der Meinung ich müsste das weiterspielen und damit hat er auch recht – man sollte es zumindest versuchen. Ich hatte in den wenigen Minuten, die ich über die entstehende Stellung nachdenken konnte, vermutet, dass er eine bestimmte Verteidigung hat und dass ich zum Gewinn – sollte denn einer da sein – selber auch einige genaue Züge machen muss. Ein mögliches Tempoendspiel wollte ich mit weniger Bedenkzeit auf der Uhr vermeiden und das Remis war okay für mich.

Weiß zog gerade 44.g5?? und nach 44…Lxg5 bot ich Remis. Es gibt einen Gewinn für Schwarz, der aber nicht einfach ist.

Ungleiche Materialverhältnisse

Den vermeintlich leichtesten Gegner mit „nur“ 1900er TWZ bekam ich in Runde 3. Daher quälte ich mich und ihn auch in einem objektiv remisen Mittelspiel, das allerdings für Weiß nur schwer zu verlieren ist. Eine ähnliche Stellung hatte ich z.B. beim Ludwigsfelder Herbstturnier auf dem Brett. Diesmal wollte ich es besser machen.

Mit der Ausgeglichenheit war es vorbei, als ich eine Qualität opferte für drei Bauern. Das sollte jetzt in ferner Zukunft gewinnbar sein! Dann brach mein Gegner am Königsflügel durch. Auch er hatte dabei einen Bauern geopfert und dafür einen weit vorgerückten Freibauern am Rand erhalten. Meine einzige Chance: Ich musste es schaffen mit meinem Springer – nicht mit dem Turm! – den Bauern zu schlagen. Also überführte ich den Springer mit Tempogewinn von einem Rand zum anderen. Dann wickelte ich ab: Ich opferte auch noch den Springer, um ein Endspiel mit drei verbundenen Freibauern gegen einen Turm zu erhalten, das aufgrund der Königsstellung gewonnen ist.

Dieses Endspiel ist elementar gewonnen für Weiß.

Bedeutungsvolles Rematch in Runde 4

In der vierten Partie bekam ich Philipp Richter aus Leipzig zugelost. Dieses Duell hatten wir schon einmal vor zwei Jahren in Falkensee. Seitdem wusste ich um seine Stärke und wenn es irgendeinen Gegner gab, gegen den ich nicht unbedingt antreten wollte, dann war das er.

Doch diesmal endete die Partie schnell. Philipp kannte sich aus, natürlich, aber er weigerte sich zu rochieren und in diesem Fall kannte ich das entscheidende Motiv. In den Komplikationen stellte er eine Figur ein und die Stellung gab für ihn auch nichts mehr her. Philipp war wie immer fair und gab auf.

Bis hierhin also 3,5 Punkte aus 4 Partien, was für die nächste Partie Böses erahnen ließ

Match of the Year

„Was immer heute passiert…“

Stresstest für mein Repertoire: In Runde 5 bekam ich mit Schwarz einen norwegischen FM vorgesetzt. Gar keine Frage, dass ich mich innerlich auf das Spiel des Jahres vorbereitete.

Der FM spielte auf Sieg. Ich hielt voll dagegen und wusste wie solche Stellungen zu spielen sind. Wir erhielten ein Turmendspiel. Später wird der FM sagen, dass er dachte, dass vielleicht was geht, aber dass ich es gut gespielt hätte. Ich brach mit einem Freibauern durch, der so stark war, dass er den Turm dafür geben musste. Aber auch ich musste anschließend meinen Turm geben: Remis. Mein Repertoire hielt und ab jetzt war es FM-erprobt. Nach fünf Runden stand ich weiter ganz weit oben und bei einer zwischenzeitlichen Turnierleistung von 2300.

Die Engine wird mir später sogar mehrere verpasste Siege aufzeigen.

Zweiter Stresstest im Anschluss

Gegen Jannis Lange vom Greifswalder SV musste ich erneut verteidigen. Glücklicherweise konnte ich meine Vorbereitung aus der Vorgängerpartie wiederverwerten. Weder Weiß noch Schwarz erlangte jemals einen nennenswerten Vorteil und wir endeten in einem Läuferendspiel, das für keine Seite zu gewinnen war. Also erneut Remis: Der „Ludwigsfelder Wall“ hielt stand.

Nichts zu wollen für niemanden.

Endspiel um die Platzierung

In der letzten Partie entschied ich mich dafür auf Sieg zu spielen. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte ich den Ratingpreis sicher und mit einem Sieg spielte ich um die Plätze 2-4, ein Remis hingegen reichte gerade so nicht für die Platzierungen.

Aber diesmal fehlte mir die Konzentration und meine mentale Vorbereitung war nicht gut. Just als die Stellung verwertbar wurde machte ich einen groben Fehler und stellte einen wichtigen Bauern ein, was zugleich die Partie verlor. Ich spielte noch kurz weiter, aber zu holen war hier nichts mehr.

Lernen von den Meistern

Ich nutzte dann anschließend die Gelegenheit beim IM-Turnier die Partie zwischen IM Michael Kopylov und GM Viesturs Meijers zu verfolgen. Es war sehr beeindruckend, wie der GM mit einem Bauern weniger das Endspiel sauber ins Remis abwickelte. Obwohl er gefühlt alleine für die Zugausführung die 30 Sekunden Inkrement verbrauchte schien seine verbleibende Bedenkzeit dabei nicht weniger zu werden. Meine Erkenntnis also an dieser Stelle: Uhren von GMs laufen grundsätzlich langsamer.

Siegerehrung

„Hard work pays off“

Wie schon in Korbach erreichte ich 4,5 Punkte aus 7 Partien und bestätigte das Ergebnis. In Magdeburg waren meine Gegner jedoch nochmal ein gutes Stück stärker. Mit einer Turnierleistung von offiziellen 2159 DWZ war das 27. Magdeburger Open 2019 mein bisher bestes Turnier. Ich erreichte Platz 10 bei 92 Teilnehmern, gewann (zum letzten Mal!) die Gruppe unter 1900 TWZ und erspielte die beste relative Turnierleistung.

Für meine DWZ und ELO wird das bedeuten, dass ich nach den Auswertungen aus Magdeburg und Korbach einfach mal so von 1800 auf über 1900 springe.

Fazit

Sicherlich werde ich auch im nächsten Jahr erwägen in Magdeburg teilzunehmen. Mit der Lautstärke kann man sich arrangieren und davon abgesehen war es ein wirklich gut organisiertes Turnier mit einem ansprechenden Teilnehmerfeld.

Jetzt werde ich erst einmal eine kurze schachliche Pause einlegen. Das nächste wichtige Turnier ist dann allerdings bereits die Landes-Einzelmeisterschaft am Ende des Monats mit vielleicht nochmal einen Tick stärkeren Gegnern.

Kurt Rosenau ist neuer Stadtmeister

Am 3. Oktober führte der Ludwigsfelder Schachclub die Stadtmeisterschaft durch. Es nahmen 12 Teilnehmer an dem 5-rundigen Turnier teil. Dank der Unterstützung der Stadt Ludwigsfelde konnte das Turnier erstmals in der Flamingo-Bar im Klubhaus Ludwigsfelde stattfinden. Nach den Begrüßungsworten des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Tilp und des Turnierleiters René Schilling konnte das Turnier starten.

In Abwesenheit des Titelverteidigers Rafael Schenk wurde somit sein Nachfolger gesucht. Favoriten auf den Turniersieg waren René Schilling, Michel Zimmer und Kurt Rosenau aus der Ludwigsfelder Regionalligamannschaft.

Brisanz und Spannung

Die 1. Runde ist für die Favoriten meist zum „einspielen“ da. Alle drei Spieler kamen zu den erwarteten Siegen. Nicht nur namentliche Brisanz war hingegen beim Duell der beiden „Schmidt´s“ geboten: Roland mit über 90 Lenzen – der Turniersenior – gegen eines unserer hoffnungsvollen Nachwuchstalente Thilo. Alter und Routine setzte sich diesmal noch durch.

Ab der 2. Runde wurde es richtig spannend. Dafür sorgten nicht nur die Ansetzungen, sondern auch die Leistungen an den einzelnen Brettern. Nach dem Remis von Michel Zimmer und Kurt Rosenau konnten Wolfgang Tilp und René Schilling die Führung übernehmen.

Wolfgang Tilp verlor anschließend gegen seinen Mannschaftskollegen Reiko Pankow, René Schilling rettete in fast letzter Sekunde eine weitestgehend verlorene Partie noch ins Remis. Das mehr als verdiente Lob gilt aber seinem langjährigen Vereinskollegen Roland Schmidt, der mehrfach den Sack zumachen konnte. Hagen Kruspe erspielte sich im Duell der beiden Nachwuchsspieler einen schönen Sieg gegen Thilo Schmidt.

Kurt übernimmt die Führung

In der 3. Runde teilten René Schilling und Michel Zimmer die Punkte. Turniersenior Roland Schmidt musste sich dem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Tilp geschlagen geben. Einzig Kurt Rosenau gewann seine Partie gegen Reiko Pankow und führte das Klassement somit an.

In der Vorschlussrunde besiegte Kurt Rosenau seinen Mannschaftskollegen Ralf Kokulinsky. Nur durch Siege könnten Michel Zimmer, Wolfgang Tilp und René Schilling nun den Rückstand auf ½ Punkt belassen. Dies schafften Wolfgang Tilp und René Schilling.

Damit führte Kurt Rosenau weiterhin, Wolfgang Tilp und René Schilling ließen den Abstand nicht größer werden. Unter diesen 3 Spielern sollte sich nun auch die Stadtmeisterschaft entscheiden.

Entscheidung in der letzten Runde

Durch das Remis von Kurt Rosenau gegen René Schilling in der letzten Runde könnte nun nur noch Wolfgang Tilp zum Tabellenführer aufschließen. Nicht zum ersten mal war Wolfgang Graf das berühmte „Zünglein an der Waage“. Er hielt auch diesmal seine Partie gegen Wolfgang Tilp ausgeglichen.

Kurt Rosenau ist neuer Stadtmeister

Nach spannenden 5 Runden durften wir mit unserem Bürgermeister Andreas Igel den neuen Stadtmeister Kurt Rosenau feiern. Hagen Kruspe, Sieger bei den Nachwuchsspielern, und Ralf Kokulinsky als erfolgreichstem Senior gelten gleichfalls unsere Gratulation.

Wir freuen uns auch im nächsten Jahr im Klubhaus dieses Turnier durchführen zu können. Dazu sind alle Ludwigsfelder Schachfreunde und auch Gäste herzlich eingeladen.

René Schilling